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Baugrube bringt Anwohner um Schlaf

Rodenberg / Grover Straße Baugrube bringt Anwohner um Schlaf

Die Anwohner der Grover Straße in Rodenberg, an der vor einiger Zeit die Baugrube für ein mehrstöckiges Gebäude ausgehoben wurde, formulieren ihre Bedenken gerade heraus: „Wir befürchten, dass dieses eine Gebäude fertig wird, während alle anderen außenherum kaputtgehen“, sagte Rudolf Zerries, Mitglied der „Interessengemeinschaft Baustopp Grover Straße 49“, bei einem Treffen mit Vertretern des Landkreises und dem Bauherrn selbst.

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Die tiefe Baugrube mit den großen Pumpen zum Absenken des Grundwassers bereitet den Mitgliedern der „Interessengemeinschaft Baustopp Grover Straße 49“ Kopfzerbrechen.

Quelle: kle

Rodenberg (kle). Das Hauptaugenmerk der Anwohner richtet sich dabei auf die Absenkung des Grundwassers während der Bauarbeiten. Ob und inwiefern ihre Bedenken gerechtfertigt sind, soll demnächst ein Gutachten klären.
Die Atmosphäre am Freitagmorgen war sichtlich aufgeheizt, als sich die Mitglieder der IG vor der Baugrube versammelten, um ihre Ansichten den Behörden und dem Bauherrn darzulegen. Der beauftragte Sachverständige für Baugrund, Jürgen Vogel, erläuterte die Bedenken noch einmal genauer: „Im Bereich der Rodenberger Aue ist der Boden mit einer Torfschicht versetzt.“
In feuchtem Zustand, also bei ausreichend hohem Grundwasserspiegel, sei dieser „gut tragfähig“. Trocknet der Torf durch die Grundwasserabsenkung aber aus, bestehe die Gefahr, dass der Boden nachsacke – und mit ihm die darauf stehenden Gebäude. Einige Anwohner wollen bereits Risse an ihren Häusern beobachtet haben, dazu einige andere negative Auswirkungen, die die Wasserversorgung betreffen.
Was die Baugenehmigung betrifft, ging seitens der Behörden jedenfalls alles seinen rechten Gang, erklärte der Leiter des Bauordnungsamts Wolfgang Haferland. Bei einem hier gültigen „vereinfachten Verfahren“ ist der Landkreis schlicht nicht zuständig für die Überprüfung von Punkten wie Statik und Standsicherheit, sondern der vom Bauherrn beauftragte Entwurfsverfasser. Das Abpumpen des Grundwassers musste gesondert bei der Unteren Wasserbehörde beantragt werden. Diese erteilte nach eingehender Prüfung die Erlaubnis, bis zu einer bestimmten Tiefe das Grundwasser abzupumpen.
Vorgegeben war dabei eine maximale Abpumpgeschwindigkeit von zehn Kubikmetern pro Stunde. Diese, stellte Claudia Schubert von der Unteren Wasserbehörde während des Ortstermins fest, wurde jedoch deutlich überschritten. Dieser Verstoß werde in jedem Fall noch Konsequenzen haben.
Abschließend einigten sich die Parteien auf folgendes Vorgehen: Übers Wochenende sollen die beiden Pumpen normal weiterlaufen, da bei einer sofortigen Abschaltung die Grube ungebremst mit Wasser volliefe und alles in sich zusammenbrechen könnte. Zur Stabilisierung der Baugrube soll diese zunächst mit Sand angefüllt werden – allerdings „vibrationsfrei“, wie die Anwohner forderten, damit die Risse an den umstehenden Häusern nicht noch verschlimmert würden.
Danach soll eine der beiden Pumpen abgestellt werden, sodass der Grundwasserspiegel langsam wieder ansteigt und die Vorgaben der Verwaltung eingehalten werden. Parallel dazu soll ab Montag ein von beiden Parteien bestellter Gutachter die bestehenden Schäden an den Häusern aufnehmen, um für später sicherzustellen, ob und welche Schäden tatsächlich durch den Bau verursacht werden.

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