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Birke gedeiht in der Gosse

Streit um Reinigungspflicht Birke gedeiht in der Gosse

Drei Anlieger der Straße Osterfeld in Algesdorf sind sauer: 40 Jahre lang hatte die Stadt den Gehweg in einem bestimmten Abschnitt gereinigt. Jetzt wuchert dort das Grün. Doch im Rathaus verweist Amtsleiter Jörg Döpke auf die betreffende Satzung zur Straßenreinigung, wonach die Anlieger in der Pflicht seien.

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Auch der Parkplatz neben dem Gehweg lässt auf das Frühstadium einer Bewaldung des Osterfelds schließen.

Quelle: gus

ALGESDORF. Allerdings befinden sich die drei betroffenen Familien in einer besonderen Situation. Zwischen jeweils einer Grenze ihrer Grundstücke und dem Bürgersteig liegt ein etwa zwei Meter breiter Pflanzstreifen, der der Stadt gehört. Weil somit diese eigentlich der direkte Anlieger des Gehweges ist, hatte die Kommune auch seit Jahrzehnten dessen Reinigung übernommen. Damit ist seit vergangenem Herbst Schluss. Doch auch die Anlieger, die an den anderen Grundstücksgrenzen ihrer Reinigungspflicht nachkommen, stellen sich quer und wollen den Zusatzdienst nicht übernehmen. Schließlich macht der Fußweg an zwei Stellen einen großen Bogen, der auf die Form des Stadtgrundstücks zurückzuführen ist.

Amtsleiter pocht auf das Prinzip der Gleichbehandlung

Soll heißen: Verliefe der Bürgersteig exakt entlang der privaten Grundstücksgrenzen, wie bei anderen Bürgern, hätten die drei Parteien am Osterfeld deutlich weniger Arbeit als es nun der Fall wäre. Wegen der Bögen sei die zu reinigende Strecke an beiden Stellen mehr als 20 Meter länger. Döpke sieht darin kein Problem. Und faktisch seien die Anwohner die Anrainer des Gehweges, weshalb sie auch für dessen Reinigung, und den Winterdienst verantwortlich seien. Eines der Häuser habe im Übrigen sogar einen direkten Zugang zu dem Bürgersteig. Daher könne die Stadt die Aufgabe nicht übernehmen. Warum dies 40 Jahre lang geschehen war, konnte Döpke im Gespräch mit dieser Zeitung jedoch nicht erklären. Stattdessen pocht der Amtsleiter auf das Prinzip der Gleichbehandlung aller Bürger der Deisterstadt.

Den betroffenen Anwohnern war seitens der Stadt schon mehrfach angeboten worden, die Parzelle der Stadt kostenlos in den eigenen Besitz zu übernehmen. Doch die winkten ab. Dazu hätten beispielsweise Zäune versetzt werden müssen, was erhebliche Mühe und Kosten bedeutet hätte. Außerdem legt keiner der Anrainer Wert auf eine Grundstücksvergrößerung.

Kleine Bäume wachsen

Also wuchern Pflanzen aus den Ritzen des Verbundpflasters, und es wachsen kleine Bäume. Auch in der Gosse gedeiht bereits eine kleine Birke inmitten einer schlammigen Masse. Döpke räumt ein, dass die festgefahrene Situation unschön und auch das Erscheinungsbild der Stelle ein Ärgernis ist. „Das fällt auf“, betont er. Daher setze er auf eine Einigung im Dialog, doch bisherige Gespräche seien ohne Ergebnis geblieben.

Die Anwohner beharrten auch im SN-Gespräch auf ihrer Sicht der Dinge. Sie fordern, dass die Stadt die Reinigung übernimmt – zumal sie auch den Pflanzstreifen weiterhin pflegt. Dasselbe gilt für einen öffentlichen Parkplatz, um den herum der Gehweg verläuft. Darüber, dass bei solchen Arbeitseinsätzen nicht auch gleich der Bürgersteig gesäubert wird, können die Anwohner des Osterfeldes nur mit den Köpfen schütteln. Und sie fragen sich, was im Winter passiert, wenn es glatt wird. gus

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