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Rodenberg Bis zu drei Monaten Wartezeit beim Grundbuchamt
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Bis zu drei Monaten Wartezeit beim Grundbuchamt
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00:16 25.10.2013
Im Stadthäger Amtsgericht staut sich die Arbeit des Grundbuchamtes. Quelle: rg
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Von Oliver Nowak

Rodenberg. „Und das ging wohl noch schnell, weil ich zwei oder drei Mal dort angerufen habe“, erzählt Schneider.

 Schneider erstand Mitte August sein Grundstück bei der Samtgemeinde Rodenberg, für 59 Euro pro Quadratmeter. „In Hannover liegt der Grundstückspreis pro Quadratmeter Baufläche bei rund 250 Euro“, sagt Schneider. Da nehme er die schlechte Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln gern in Kauf. Schließlich wolle er ein schönes Eigenheim für seine junge Familie bauen können und keinen kleinen Schuppen. Doch, dass die Abwicklung des Grundstückserwerbs beim Amtsgericht bis Mitte Oktober dauert, habe er nicht erwartet.

 „Es dauert mitunter sogar drei Monate, bis ein Bescheid über den Vormerk bei uns eingeht, erzählt Rodenbergs Liegenschaftssachbearbeiter Jürgen Bock. „Die haben da beim Gericht in jüngster Zeit mächtige Probleme.“ Allerdings seien diese nicht bei der Antragsbearbeitung zu finden, „die arbeiten da wirklich schnell“, meint Bock. Vielmehr liege das Problem am Postweg, stelle er immer wieder fest. Vom amtlichen Eintrag der Vormerkung bis zum Postausgang habe es im Fall von Schneider rund sechs Wochen gedauert.

 „Das kann für die Grundstückskäufer zu Problemen führen“, sagt Bock. Zum Beispiel bekämen diese ohne die Bestätigung der Vormerkung keinen Kredit von der Bank. So könne der neue Besitzer unter Umständen nicht zum vereinbarten Zeitpunkt das Geld für das Grundstück zahlen, ohne dieses dürfe mit den Bauarbeiten nicht begonnen werden.

 „Wir haben zu wenig Personal“, begründet die neue Geschäftsleiterin des Stadthäger Amtsgerichts, Bianca Hille, die Verzögerungen. Lediglich zwei Mitarbeiter bearbeiten die 65 Gemarkungen im Grundbuchamt sowie die Sondergrundbücher. Sie sind neben der Bearbeitung der Anträge auch für den Postversand zuständig. „Die können aber nicht den ganzen Tag Bescheide ausdrucken und in die Post geben“, sagt Hille.

 Dass so wenig Personal für die Aufgaben vorhanden ist, liege an der Umstrukturierung der Justiz, die viele Aufgaben zukünftig elektronisch bearbeiten möchte. Teilweise seien die technischen Mittel bereits vorhanden, allerdings nicht vollständig. Hille selbst kann nicht sagen, wie viele Wochen ihre Grundbuchabteilung mit den Anträgen zurückliegt. Sie ist erst seit dem 1. Oktober die neue Geschäftsleiterin des Gerichts. Und: „Ich bin noch gar nicht eingearbeitet. Ich bin das erste Mal in der Verwaltung tätig, ich war Revisorin“, erklärt sie. Hille müsse sich erst mal einen Überblick über ihre neuen Aufgaben machen. Dafür seien noch einige Fortbildungen und Schulungen zu absolvieren. Für eine schnelle Bearbeitung im Gericht bräuchte sie mehr Personal. Ihre Mitarbeiter hätten ohnehin insgesamt schon viele Überstunden gesammelt.

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