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Botschaften aus der Garage

Hans-Jürgen Müller erschafft hintersinnige Kunstobjekte Botschaften aus der Garage

Wer den Altenhäger Hans-Jürgen „Hajo“ Müller besucht, trifft in seinem Garten auf reichlich ulkige Gestalten. Gemeint ist aber nicht etwa die Familie des Pensionärs. Es handelt sich vielmehr um Skulpturen, die Müller seit einigen Jahren produziert. Denn er ist unter die Hobbykünstler gegangen.

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Hans-Jürgen Müller zeigt eine seiner ersten Collagen, sie heißt „Idyll“.

Quelle: gus

ALTENHAGEN II. Als er mit 63 als Lehrer aufhörte, besann er sich auf seine praktischen Fähigkeiten. Er hatte einst Elektromechaniker gelernt und hatte in seinen 40 Jahren als Pädagoge viel Technikunterricht erteilt. „Ich war schon immer geschickt im Umgang mit Metall und Holz“, sagt Müller. Also absolvierte er einen Schrott-Schweißkurs bei einem Künstler in Hannover. Anschließend wurde er auf eigene Faust in seiner Hobbygarage tätig.

Zunächst konstruierte Müller Skulpturen. Aus einem Auspuff wurde beispielsweise ein minimalistischer Speerwerfer. Eine andere Figur setzte er aus unterschiedlichen Bettfedern zusammen. Später kamen Puppen aus Drahtgeflecht und Gips hinzu. Eine davon trägt ein Solarmodul, sodass sich der Kopf dreht, sobald die Sonne eine bestimmte Position erreicht.

Collagen mit Botschaften

Die nächste Phase war Collagen gewidmet, die mit politischen Botschaften gespickt sind. Thematisch setzt sich der Lokalpolitiker dabei stets mit dem Zeitgeist auseinander. „Und wir hampeln“ heißt eine Collage, auf der Bilder von Krisengebieten der Welt im Kontrast zu einer Hampelmannfigur mit dem Gesicht des Pop-Clowns Dieter Bohlen stehen. Den ironischen Titel „Idyll“ verpasste Müller einer Collage, die eine Tee trinkende Angela Merkel und einen misstrauisch dreinblickenden Wladimir Putin zeigt.

Dabei will der einstige Lehrer dem Betrachter Raum zum Interpretieren lassen. Dies gilt auch für die Erzeugnisse seiner dritten Schaffensphase, in der er großformatige Rahmen mit Objekten bestückt. Beispielsweise mit getrockneten Schweinsnasen, die eigentlich an Hunde verfüttert werden. Müller lackierte sie in unterschiedlichen Tönen von weiß über rosa bis dunkelrot und heftete Flaggen on EU-Staaten daran – je dunkler die Nase, desto mieser gehen die Staaten aus Sicht Müllers mit Flüchtlingen um. Die Ungarn-Nase färbte er schwarz.

Bei seinen jüngsten Werken werden die Rahmen wieder kleiner. Teils triste, schwarz-weiße Objekt-Konstellationen sind darin zu sehen. Aber oft regt Müllers Kunst doch zum Schmunzeln an: In einem der Rahmen piept ein bunter Plastikvogel, der 58 Melodien auf Lager hat.

Nun will sich der Altenhäger an seine erste Ausstellung wagen. Möglicherweise schon im kommenden Herbst zeigt er seine Werke dann in den Räumen im Lauenauer Gewerbepark. gus

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