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Bürgerschützenfest: Interview mit Michael Grädener

Der Oberst bittet die Queen zum Tanz Bürgerschützenfest: Interview mit Michael Grädener

Das dreitägige Rodenberger Bürgerschützenfest beginnt am Sonnabend, 11. Juli. Im Interview mit den SN erklärt Oberst Michael Grädener was das Rodenberger Schützenfest ausmacht. 

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Als Schützenoberst reitet Michael Grädener (links) bei den Fest-Umzügen an vorderster Stelle.

Quelle: pr.

Rodenberg. Herr Grädener, im vergangenen Jahr haben Sie Ihr erstes Schützenfest als Oberst gefeiert. Wo waren die größten Unterschiede zu den Jahren davor, als Sie noch Adjutant waren?

Na zunächst einmal hat man als Oberst erheblich mehr Text. Durch die Kommandos an das Schützenbataillon und die Ansprachen steht man doch mehr im Fokus der Öffentlichkeit. Glücklicherweise hatte ich mit meinem Vorgänger Heiko [Katurbe, Anm. der Redaktion] einen guten Lehrmeister, das hat mir vieles erleichtert. Dann finden das Grillen mit den Jungschützen und das Abholen am Samstag zum Ehrenmal bei mir zu Hause statt. Da habe ich viel Unterstützung durch das Helfer-Team, wofür ich auch sehr dankbar bin.

Was hat aus Ihrer Sicht in 2014 besonders gut funktioniert, und was sollte sich in diesem Jahr noch verbessern?

Sehr beeindruckt hat mich der Zusammenhalt der Menschen, die an dem Fest beteiligt sind oder mitwirken, aber wir sind keine „verschworene Gemeinde“. Es wäre schön, wenn dieses Jahr der eine oder andere, der dem Fest vielleicht fern geblieben ist, mit uns gemeinsam feiert. Ich freue mich über jeden und jede, der oder die mitmacht.

Stimmt es, dass selbst gute Freunde und Bekannte Sie während der drei Tage nicht mit „Michael“, sondern mit „Herr Oberst“ und „Sie“ ansprechen?

 (Lacht) Ja gut, das hat sich so eingebürgert, aber ehrlich gesagt – das geht schon eine Weile vor dem Schützenfest los.

 Haben Sie schon als Jungschütze daran gedacht, irgendwann einmal an der Spitze der Umzüge mitzureiten? Oder wäre man da schon froh, erst einmal in Komitee aufgenommen zu werden?

 Als Jungschütze hatte ich damals noch ganz andere Sachen im Kopf. Allerdings haben mich die Pferde beim Schützenfest schon immer fasziniert, da hatte ich damals schon ein Auge drauf.

Was muss man denn mitbringen, um Oberst oder Adjutant zu werden?

 Man sollte keine Angst vor großen Tieren haben. Und wenn die Familie dann auch noch mitmacht, ist alles perfekt. Das gibt mir Gelegenheit, mich bei unseren Frauen für tolle Unterstützung zu bedanken, macht weiter so!

Welcher „Job“ ist eigentlich stressiger, der des Obersts oder der des Schützenkönigs?

 Stressig ist wohl der falsche Ausdruck. Ich würde eher sagen beides ist eine wundervolle Erfahrung. Bürgerschützenkönig der Stadt Rodenberg zu sein, ist meiner Meinung nach das Höchste, was man in seiner Heimatstadt erreichen kann. Natürlich gehört es sich als König, auch hier und da mal eine Runde zu spendieren, aber diese Gemeinschaft zu erleben – auch noch Jahre nach der eigentlichen Amtszeit –, macht einfach Freude. Als Schützenoberst ist man für den Festumzug verantwortlich und natürlich überall in vorderster Reihe dabei, da hat man jede Menge Spaß.

Das Schützenfest ist für viele Rodenberger der Höhepunkt des Jahres. Was macht den Reiz des Festes aus?

 Ich denke, es ist die Tradition des Festes, das schon seit vielen Jahren, ja, man kann schon von Jahrhunderten sprechen, in dieser Form gefeiert wird. Und doch gibt es immer wieder Modernisierungen, die mit den Gegebenheiten der Zeit einher gehen. Das ist es, was unser Fest ausmacht.

Manche Schützenfeste in der Umgebung leiden unter Besuchermangel, warum nicht das Rodenberger Fest?

 Das liegt wohl in erster Linie an meinem neuen Haarschnitt – nennt sich „Overcut“. Nein, im Ernst, wir vom Schützenkomitee machen uns das ganze Jahr Gedanken, wie wir das Schützenfest noch attraktiver gestalten können. Auch in diesem Jahr gibt es ein buntes Programm, bei dem garantiert für jeden etwas dabei ist.

Angenommen, jemand würde behaupten, das Rodenberger Bürgerschützenfest sei nicht mehr als ein drei- oder viertägiges Trinkgelage. Was würden Sie ihm antworten?

 Das ist leider die Wahrnehmung einiger Leute, die sollten aber dringendst ihre Vorurteile hinterfragen. Das Rodenberger Bürgerschützenfest ist ein Familienfest für alle Einwohner und Freunde der Stadt Rodenberg. Außerdem: Das Bierbrauen und Verköstigen hat in Rodenberg schon seit über 400 Jahren Tradition, damit werden wir dieses Jahr sicherlich nicht aufhören.

Was sollten Neubürger beachten, wenn Sie sich beim Schützenfest engagieren wollen?

 Zunächst einfach nur mitfeiern! Mein Appell: Am Samstagabend mit einer tollen Liveband mal wieder richtig abrocken, wann habt ihr das zuletzt gemacht? Alles andere ergibt sich von ganz alleine. Wer bei den Ausmärschen mitmachen möchte, sieht am besten auf den Plakaten nach den Anfangszeiten. Jeder, der dieses Jahr zum ersten Mal beim Antreten dabei ist, bekommt vom Oberst persönlich ein Getränk spendiert. Also auf geht’s.

Zum Schluss noch ein ernstes Thema: In diesem Jahr ist Dietrich Hudalla gestorben. Wie groß ist die Lücke, die sein Tod gerissen hat?

 Der Verlust von Dietrich hat mich persönlich und alle, die ihn kannten, sehr traurig gemacht. Was er für das Schützenfest in Rodenberg geleistet hat, ist unfassbar. Wir versuchen, die Aufgaben in seinem Sinne weiterzuführen. Wir werden gerade in diesem Jahr, aber auch noch viele Jahre danach, an ihn denken. Übrigens: Das Programm für den Sonntag-Nachmittag hat er noch selbst zusammengestellt.

Die SN wünschen Ihnen und allen anderen im Komitee ein gelungenes Schützenfest. Welche Schlagzeile würden Sie am 14. Juli zum Abschluss gern in der Tageszeitung lesen?

 Wie wär´s damit: Ganz Rodenberg feiert mit vielen Gästen ein wunderbares Bürgerfest – 2016 kommt die Queen zur Eröffnung.

 Interview Guido Scholl

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