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Rodenberg Delegation berichtet von Südafrika-Reise
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Delegation berichtet von Südafrika-Reise
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00:18 31.10.2018
Der Kirchenkreis pflegt seine Freundschaft mit dem Partnerkreis bei einem Besuch im südafrikanischen Devhula Lebowa. Quelle: pr.
Rodenberg

Gerade noch hat Delegationsmitglied Lutz Müller einen Überblick über die Geschichte Südafrikas gegeben, da stand plötzlich Martina Brose, Kirchenkreisjugendwartin, auf und stimmte das Lied „Thama-thama ndi Murena“ an. Die anderen Reisenden fielen nach und nach in diese spontane Gesangseinlage mit ein. In der englischen Übersetzung heißt das Stück „What A Friend We Have In Jesus“. Schnell wurden Liedzettel verteilt, damit die rund 40 Zuhörer mit in den Gesang einsteigen können. Damit bekamen sie auch einen ungefähren Eindruck davon, wie Gottesdienste in Südafrika gefeiert werden.

Partnerschaft seit fast 40 Jahren

Mit ihrer Ankündigung „Das bringt uns zurück in die Zeit, die wir da hatten“, hatte Brose zu Beginn der Veranstaltung also noch untertrieben. Durch zahlreiche Fotos und detaillierte Schilderungen konnten sich auch die Zuhörer einen lebhaften Eindruck der zweiwöchigen Reise machen.

Seit fast 40 Jahren pflegen die beiden Kirchenkreise ihre Freundschaft. Ausschussarbeit sei zwar interessant und wichtig, aber es gebe „immer ein bisschen mehr Spirit, wenn man da ist“, so Brose. Vor einigen Jahren haben beide Seiten den gemeinsamen Nenner der Musik gefunden, der seitdem ein fester Bestandteil der Besuche ist.

Großer Handlungsbedarf an Schulen

Devhula Lebowa liegt etwa fünf Autostunden nördlich von Johannesburg. „Man fährt stundenlang auf der Autobahn und denkt: Jetzt müsste bald mal eine Ausfahrt kommen“, gab Müller einen Eindruck von der Anreise. Die Häuser, die dort stehen, würden in Deutschland nicht genehmigt werden, schilderte er weiter. Denn der „rechte Winkel spielt keine große Rolle“.

Auch eine Schule, die die Gruppe besuchte, war baulich in schlechter Verfassung. Auf einem Foto war zu sehen, wie neben der Schulbank eines Jungen in einem Container-Klassenzimmer ein großes Loch im Boden klafft. Allerdings hat die Schule keine finanziellen Mittel, dies zu ersetzen. Zwar seien die Lehrer „total engagiert“, sie hätten aber für den Naturwissenschaftsunterricht nur ein einziges Experiment in petto. „Da gibt es sehr großen Handlungsbedarf“, so Müller.

Der christliche Glaube wächst in Südafrika

Beeindruckt hat ihn hingegen, dass allerorts Kirchen gebaut werden. „Es wird aktiv missioniert“, erklärte er.

Auch ein Musikworkshop mit der Kirchenband zählte zu den Highlights der Reise. Die Angehörigen beider Kulturkreise haben zusammen musiziert, gesungen und getanzt.

Doch ob nun Deutsch, Englisch oder Tshivenda: Auch wenn die Christen 10 000 Kilometer trennen, haben sie eine gemeinsame Botschaft, die sie verbindet und diese Freundschaft aufrecht erhält.

Von Andrea Göttling