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Demokratie-Bündnis gibt auf

Paukenschlag Demokratie-Bündnis gibt auf

Es ist ein Paukenschlag gewesen, den kaum einer gehört hat: Uwe Märtens, Initiator des Bündnisses für Demokratie Rodenberg (BüRo), hat die Bürgerbewegung für gescheitert erklärt.

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Bis 2014 hat die Bürgerbewegung bei den Gegendemonstrationen zu dem Nazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf Flagge gezeigt.

Quelle: js

Rodenberg. Wie sich erst jetzt herausstellte, hat Märtens die Internetpräsenz von BüRo schon vor einiger Zeit vom Netz genommen.

Auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigt der Rodenberger, dass dahinter keine technischen Probleme stecken, sondern dass er die Domain bereits im Oktober abgemeldet hat. „Das war alles mit Kosten verbunden, die keinen Sinn mehr gemacht haben“, erklärt Märtens. Nach seinen Worten wurde im Laufe des Jahres der Versuch unternommen, BüRo in einen gemeinnützigen Verein umzugestalten. Allerdings soll es innerhalb des Bündnisses wenig Zuspruch gegeben haben, „sodass kein funktionsfähiger Vorstand zustande gekommen wäre“, so Märtens.

Zu den genauen Gründen, warum der SPD-Politiker BüRo nicht weiterführen möchte, wollte sich dessen Initiator nicht äußern. „Da sind viele Faktoren zusammengekommen“, sagt Märtens. Offenbar habe es aber sowohl innerhalb als auch außerhalb der Vereinigung zwischenmenschliche Ungereimtheiten gegeben.

Beispielsweise hatte Märtens sich im April als Koordinator des Deutschunterrichts für Flüchtlinge zurückgezogen. Im Vorfeld kursierten Gerüchte in der Deisterstadt, dass es zwischen Märtens und der zweiten Flüchtlingskoordinatorin, Tina Böhm, Differenzen gab. Bis dahin hatten beide innerhalb des Bündnisses zusammengearbeitet. Kurz zuvor waren SPD und CDU im Rat enger zusammengerückt, und die „Ehe“ zwischen CDU und WGR war geschieden worden. Märtens ist bei der SPD, Böhm bei der WGR.

Die im Jahr 2009 von Märtens ins Leben gerufene Bürgerbewegung habe einen festen Kreis von etwa zehn bis 20 Engagierten gehabt und sich unter anderem in der Flüchtlingshilfe und für Stolpersteine in der Samtgemeinde eingesetzt sowie bei den Bad Nenndorfer Nazi-Aufmärschen regelmäßig Flagge gezeigt. Doch bereits bei den diesjährigen Demonstrationen suchte man BüRo vergeblich.

„Es gab Leute, die aktiv mitgestaltet haben. Allerdings gab es leider trotzdem auch Abende, an denen niemand kam, obwohl ich eingeladen hatte“, sagt Märtens rückblickend. Das hatte auch zur Folge, dass bestimmte Ideen der Bewegung ins Leere gelaufen seien. Die letzte Veranstaltung der Initiative ist auf Oktober 2015 datiert. „Das letzte Jahr war sehr anstrengend gewesen mit Dingen, mit denen ich nicht gerechnet habe“, so Märtens. „Und wenn etwas nicht so fruchtet, wie man es sich vorstellt, sollte man es auch wieder einstellen.“

Der SPD-Politiker möchte im neuen Jahr verstärkt beim Calenberger Autorenkreis mitwirken, deren Mitglied er ist. Zudem widmet sich Märtens weiter dem bürgerlichen Engagement: Nach eigenen Angaben betreut er zurzeit einen Flüchtling aus Stadthagen und hilft beispielsweise bei der Jobsuche. js

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