Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Der diebische Postler

Prozess gegen Rodenberger Paketzusteller Der diebische Postler

 Ein ehemaliger Postbote hat sich vor dem Amtsgericht Stadthagen verantworten müssen, da er seine Funktion als Paketzusteller ausnutzte, um hochwertige Smartphones zu ergaunern. Gleich 24-mal hat der 27-Jährige im Zeitraum zwischen Dezember 2014 und September 2015 Handys im Internet bestellt.

Voriger Artikel
Viel zu diskutieren
Nächster Artikel
Flaniermeile bis nach Peru

Symbolbild

Quelle: dpa

RODENBERG. Der Trick: Der Mann gab bei den Bestellungen – er wechselte zwischen zwei unterschiedlichen Firmen und orderte auf Rechnung – fiktive Namen im Zustellbereich Rodenberg beziehungsweise Bad Nenndorf an. Als die Pakete dann zur Auslieferung bei der Poststation ankamen, fing der 27-Jährige die Sendungen ab und veräußerte die Geräte im Wert von jeweils 550 bis 660 Euro mithilfe eines Mittelsmannes weiter. Gesamtschaden: etwa 13 000 Euro.

Vor Gericht zeigte sich der Mann einsichtig und bekannte sich gleich zu Beginn der Verhandlung zu seiner Tat. Er sei zu jener Zeit spielsüchtig gewesen, mehrere Tausend Euro habe er pro Monat verzockt.
Doch diesem Lebensstil hat er nach eigenen Angaben abgeschworen. Als Produktionshelfer bei Volkswagen geht der 27-Jährige einer festen Arbeit nach. „Und ich möchte im nächsten Jahr meine Freundin heiraten“, sagte er. Sie sei auch der Grund gewesen, die Spielsucht hinter sich zu lassen.

Geständnis wird hoch angerechnet

Die Staatsanwaltschaft zweifelte nicht an den Aussagen des Angeklagten und räumte ihm mildernde Umstände aufgrund der Spielsucht ein. Strafmindernd sei ebenfalls das Geständnis. Allerdings ist der 27-Jährige bereits einschlägig vorbestraft aufgrund anderer Betrugs- und Diebstahlsdelikte. „Doch aufgrund der Lebensumstände und der positiven Sozialprognose, glaube ich nicht, dass er künftig noch einmal straffällig wird“, so der Staatsanwalt. Nichtsdestotrotz plädierte er außer auf eine Geldauflage von 2000 Euro auf eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung auszusetzen sei.

Die Verteidigung stimmte dem Plädoyer im Wesentlichen zu, sah jedoch aufgrund der Spielsucht eine „Einschränkung der Steuerungsfähigkeit“ des Angeklagten und forderte ein Jahr auf Bewährung.
Auch Richter Andreas Feldhaus rechnete dem 27-Jährigen das Geständnis hoch an und schenkte ihm Glauben, sein Leben mittlerweile im Griff zu haben. Eine verminderte Schuldfähigkeit aufgrund der Automatensucht wollte er aber nicht sehen. „Wenn man von heute auf morgen aus eigener Motivation und ohne Hilfe aufhören kann, ist man im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten“, befand der Richter und verurteilte den 27-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung. Außerdem wird die Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro fällig. js

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg