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Details aus der Tiefe

Untersuchung der Museumsinsel Details aus der Tiefe

Die Ergebnisse der geophysikalischen Untersuchung der Museumsinsel in Rodenberg sind am Donnerstag präsentiert worden. Die Geschichte des Rodenberger Schlosses muss zwar nicht neu geschrieben werden – allerdings ist nun eine deutlich fundiertere Dokumentation möglich.

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Jens Berthold (von links) mit Elisabeth Rautenberg-Röver, Bernd Zimmermann, Henning Dormann vor dem Ständehaus.

Quelle: gus

Rodenberg. „Sensationell“, „der Einsatz hat sich gelohnt“, „ich war begeistert“ – wenn sich Forscher so äußern, ist klar, dass sie Erfolg hatten. Im Oktober hatten Kommunalarchäologe Jens Berthold und die Mitglieder der Museumslandschaft Bernd Zimmermann, Henning Dormann und Elisabeth Rautenberg-Röver die Insel per Bodenradar und Magnetometer untersucht. Zimmermann stuft die Ergebnisse so ein: „Wir haben die Grundlage für eine detailreiche Karte geschaffen.“

Die Museumsinsel wurde Schicht für Schicht durchleuchtet. Dabei entstanden zwölf Tiefenscheiben des gesamten Areals, die bis 2,14 Meter unter die heutige Oberfläche reichen. Je tiefer die Forscher ins Erdreich lugten, desto spannender wurde es. Bereits bei einer Tiefe von gut 30 Zentimetern wurden Reste von Gebäuden sichtbar, die es heute nicht mehr gibt: Stallungen, Speicher, ein Wagenschuppen und das Palas-Gebäude am Eingang zur Insel.

Reste eines Brunnens gefunden

Besonders interessant: Die Reste des einstigen Brunnens befinden sich in etwa mittig zwischen Eingang und Denkmal und etwa drei Meter links vom heutigen Kiesweg. Über den Brunnen-Standort war bereits viel spekuliert worden, und selbst Laien können das kreisrunde Gebilde auf den Tiefenscheiben leicht erkennen.

Das ist bei den übrigen Gebäuderesten schon etwas schwieriger, wirken die Auswertungen der Radaruntersuchung doch für ungeübte Augen beinahe wie Aufnahmen vom Mars. Doch die Fachleute sind sich einig: Der Ursprung der Burg muss im Bereich des heutigen Ständehauses gelegen haben. Dies erkannte auch das ausgewählte Fachpublikum, das zu der Präsentation eingeladen worden war.

Burgerweiterung aus dem 13. Jahrhundert

Denn vor dem heutigen Treppenturm sind deutliche Verdichtungen zu erkennen, die auf alte Mauersockel schließen lassen. Eine zeitliche Einordnung fällt Berthold und Zimmermann schwer. Doch Dormann verwies auf eine historische Quelle aus dem 13. Jahrhundert, die besagt, dass zu jener Zeit die Burg erweitert wurde. Gut möglich also, dass die Gebäude, deren Reste nun unterm Ständehaus erspäht wurden, der Ausgangspunkt der Erweiterung waren. Möglicherweise befand sich dort vor Jahrhunderten auch ein Bergfried, also ein hoher Wehrturm.

Auf der gegenüberliegenden Ecke des Insel haben die Untersuchungen Gebäudereste nachgewiesen, die nicht zu den vorhandenen Karten und Zeichnungen passen. Also wurden einerseits historische Quellen bestätigt, aber auch Anhaltspunkte für Ergänzungen gefunden. Die weiteren Schritte sind offen. Ein Fachbüro wertet derzeit noch die Magnetmessungen aus. Aber neue Ausgrabungen wird es vorerst wohl nicht geben. Erich-Karl Schales, der die Ausgrabungen am Wall geleitet hatte, winkte zumindest ab: „Mir hat die Sklavenarbeit vor zehn Jahren gereicht“, sagte er schmunzelnd. gus

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