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Rodenberg Die schwersten Puzzleteile wiegen eine halbe Tonne
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Die schwersten Puzzleteile wiegen eine halbe Tonne
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00:25 29.09.2014
Die Sandsteine, die die Mauer des Brunnens (im Hintergrund) bilden, sind derzeit fein säuberlich auf der Wiese nebenan aufgestapelt. Quelle: gus
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Von Guido Scholl

Rodenberg. Die schwersten Teile wiegen etwa 500 Kilogramm. Eine Woche hat allein das Kartieren, Demontieren und fein säuberliche Aufstapeln auf der Wiese nebenan in Anspruch genommen, erklärte Arno Fatzler. Der Bauexperte der Verwaltung sagte, dass es das Ziel ist, so wenige Sandsteine wie möglich ersetzen zu müssen. Dies sei so mit dem Denkmalschutz abgesprochen.

Die Mauer war teilweise in Schieflage geraten, weil die Erbauer einst kein Fundament gelegt hatten. Also kamen manche Sandsteinblöcke zu Schaden. Damit aber die meisten der Steine wieder zusammengesetzt werden können, müssen die Arbeiter der Firma Kiltsch notieren, wohin welcher Mauerteil gehört. Das Unternehmen aus Apelern ist für derartige Einsätze spezialisiert.

In dieser Woche ist nun ein Fundament gegossen worden. Vor der Rekonstruktion der Mauer gießen die Arbeiter in mehreren Schichten eine Betonwand, die künftig den Druck des Erdreichs abmildern soll. Denn dieses hat ein deutlich höheres Niveau als der Brunnensockel, sodass es ständig auf die Sandsteine gedrückt hat. Fatzler geht davon aus, dass die neue Konstruktion viele Jahrzehnte halten wird. „Mich überlebt sie bestimmt, sicher auch noch meinen Nachfolger“, so Fatzler.

Bei den Arbeiten erlebte die Baufirma eine Überraschung: Die Wurzeln der gefällten Walnussbäume hatten sich einmal um die Brunnenmauer herum geschlängelt. Bis zu 20 Zentimeter dicke Stränge mussten auf der gegenüberliegenden Seite durchtrennt werden. „Bäume gehören nicht in die Nähe von Mauern. Wurzeln hält nichts auf“, so Fatzler.

Auch die Fußbodenplatten zwischen Mauer und Brunnen sind abgetragen worden und sollen zum Ende der Arbeiten wieder zurück in ihre alte Lage. Außerdem sind noch einige Malerarbeiten am Holzkonstrukt nötig. Am Dach soll sich erst einmal nichts tun. Fatzler zufolge wäre eine Dacherneuerung teuer und unnötig, denn noch sei es dicht. Sollte es Kleinigkeiten zu reparieren geben, wäre dies jederzeit möglich. Und ein neues Dach bräuchte Jahre, um sich optisch an das Baudenkmal anzupassen.

Mit Kosten betragen laut Ausschreibung von 40 000 Euro. Anfangs war die Summe laut Fatzler niedriger angesetzt worden, weil die Kommune mit Restaurierungsarbeiten dieser Art noch keine Erfahrung hatte. Ende Oktober soll die Mauer fertig sein und das Wahrzeichen, das eine 1738 entdeckte Heilquelle umgibt, in neuem Glanz erstrahlen.

Wie es mit dem Gelände um den Brunnen weiter geht, ist offen. Dies hängt auch von der Zukunft des alten Badehauses ab.

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