Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Die schwersten Puzzleteile wiegen eine halbe Tonne

Rodenberg / Sanierung Die schwersten Puzzleteile wiegen eine halbe Tonne

Die Arbeiten am Kleinen Brunnen, einem der Rodenberger Wahrzeichen, haben auch etwas von Puzzeln. Die alte Sandsteinmauer des denkmalgeschützten Rondells musste in mühsamer Kleinarbeit abgetragen werden, damit sie später wieder in der ursprünglichen Form zusammengesetzt werden kann.

Voriger Artikel
Duelle um die Nähe zum Schweinchen
Nächster Artikel
Absage an Band, Vize tritt zurück

Die Sandsteine, die die Mauer des Brunnens (im Hintergrund) bilden, sind derzeit fein säuberlich auf der Wiese nebenan aufgestapelt.

Quelle: gus

Von Guido Scholl

Rodenberg. Die schwersten Teile wiegen etwa 500 Kilogramm. Eine Woche hat allein das Kartieren, Demontieren und fein säuberliche Aufstapeln auf der Wiese nebenan in Anspruch genommen, erklärte Arno Fatzler. Der Bauexperte der Verwaltung sagte, dass es das Ziel ist, so wenige Sandsteine wie möglich ersetzen zu müssen. Dies sei so mit dem Denkmalschutz abgesprochen.

Die Mauer war teilweise in Schieflage geraten, weil die Erbauer einst kein Fundament gelegt hatten. Also kamen manche Sandsteinblöcke zu Schaden. Damit aber die meisten der Steine wieder zusammengesetzt werden können, müssen die Arbeiter der Firma Kiltsch notieren, wohin welcher Mauerteil gehört. Das Unternehmen aus Apelern ist für derartige Einsätze spezialisiert.

In dieser Woche ist nun ein Fundament gegossen worden. Vor der Rekonstruktion der Mauer gießen die Arbeiter in mehreren Schichten eine Betonwand, die künftig den Druck des Erdreichs abmildern soll. Denn dieses hat ein deutlich höheres Niveau als der Brunnensockel, sodass es ständig auf die Sandsteine gedrückt hat. Fatzler geht davon aus, dass die neue Konstruktion viele Jahrzehnte halten wird. „Mich überlebt sie bestimmt, sicher auch noch meinen Nachfolger“, so Fatzler.

Bei den Arbeiten erlebte die Baufirma eine Überraschung: Die Wurzeln der gefällten Walnussbäume hatten sich einmal um die Brunnenmauer herum geschlängelt. Bis zu 20 Zentimeter dicke Stränge mussten auf der gegenüberliegenden Seite durchtrennt werden. „Bäume gehören nicht in die Nähe von Mauern. Wurzeln hält nichts auf“, so Fatzler.

Auch die Fußbodenplatten zwischen Mauer und Brunnen sind abgetragen worden und sollen zum Ende der Arbeiten wieder zurück in ihre alte Lage. Außerdem sind noch einige Malerarbeiten am Holzkonstrukt nötig. Am Dach soll sich erst einmal nichts tun. Fatzler zufolge wäre eine Dacherneuerung teuer und unnötig, denn noch sei es dicht. Sollte es Kleinigkeiten zu reparieren geben, wäre dies jederzeit möglich. Und ein neues Dach bräuchte Jahre, um sich optisch an das Baudenkmal anzupassen.

Mit Kosten betragen laut Ausschreibung von 40 000 Euro. Anfangs war die Summe laut Fatzler niedriger angesetzt worden, weil die Kommune mit Restaurierungsarbeiten dieser Art noch keine Erfahrung hatte. Ende Oktober soll die Mauer fertig sein und das Wahrzeichen, das eine 1738 entdeckte Heilquelle umgibt, in neuem Glanz erstrahlen.

Wie es mit dem Gelände um den Brunnen weiter geht, ist offen. Dies hängt auch von der Zukunft des alten Badehauses ab.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg