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Ein letztes Mal mit Blaulicht

Wechsel an der Spitze Ein letztes Mal mit Blaulicht

Der Wechsel an der Spitze der Feuerwehr in der Samtgemeinde Rodenberg ist am Freitag in feierlichem Rahmen vollzogen worden. Jürgen Wilkening wurde als Chef verabschiedet. Seine Nachfolge als Gemeindebrandmeister übernahm Jens Löffler.

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Jürgen Wilkening erhält die Abschiedsurkunde von Jens Löffler und Georg Hudalla. Kleines Bild: Löffler (von links) wird zum Nachfolger ernannt, Tobias Kommossa und Bastian Schulz sind neue stellvertretende Gemeindebrandmeister.

Quelle: gus

Rodenberg. Etliche Funktionsträger der Feuerwehr, an der Spitze Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote, waren ebenso gekommen wie Vertreter von Politik, Polizei und Verwaltung. Für Wilkening war quasi vorgezogene Bescherung – die Gäste hatten Präsente von Musical-Karten bis zum Spielzeugfeuerwehrauto dabei. Blumen gab es auch – aber für Wilkenings Ehefrau Gerda.

Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla hob hervor, dass Wilkening stets dafür eingetreten ist, dass die Feuerwehr bestmögliche Bedingungen bekommt und die Bürger somit größtmöglichen Schutz. „Danke für ein Leben für die Mitbürger. Danke für ein Leben für die Kameraden. Alles Gute für die Zukunft“, schloss Hudalla.

Vehement, aber fair

Grote attestierte Wilkening „eine herausragende Leistung“, denn die Dauer der Amtszeiten verkürze sich bei der Feuerwehr zusehends. Im Landkreis habe der Pohler ein hohes Ansehen. Für die Belange der Samtgemeinde Rodenberg sei Wilkening immer vehement, aber fair eingetreten. „Manchmal warst du auch sehr böse, aber am Ende haben wir es immer hingekriegt“, so Grote. Der Kreisbrandmeister richtete auch im Namen von Landrat Jörg Farr den Dank des Landkreises aus, selbstverständlich ebenso den der Kreisfeuerwehr.

Wilkening werde nicht entlassen, sondern verabschiedet, betonte Nachfolger Löffler. Und es werde kein Buch zugeschlagen, sondern ein neues Kapitel geöffnet. Löffler, bisher stellvertretender Gemeindebrandmeister, bescheinigte Wilkening Akribie und Ideenreichtum. Dabei blieb der Feuerwehrchef stets auf der Höhe der Zeit, stellte beispielsweise früh von Karteikarten auf Excel um – möglicherweise habe Wilkening mehr Zeit mit dem Programm verbracht als Microsoft-Boss Bill Gates.

Stets den Rücken gestärkt

Etwa 4500 Einsätze leisteten die Feuerwehren in der Ära Wilkening, und bei mindestens 3000 davon sei der Gemeindebrandmeister vor Ort gewesen. 480 Aktive, ein moderner Fahrzeugpark und reichlich Feuerwehrnachwuchs – dies solle dem Kommando erst einmal jemand nachmachen. Da die vielen Jahre als Funktionsträger auch Belastungen mit sich gebracht haben, dankte Löffler Gerda Wilkening dafür, dass sie ihrem Ehemann stets den Rücken gestärkt hat. „Als neues Kommando können wir nicht in deine Fußstapfen treten. Die sind dafür zu groß“, so Löffler.

Kameradschaftliches Miteinander

Wilkening sagte sichtlich gerührt: „Ihr macht es mir wirklich nicht leicht, meinen Abschied zu nehmen.“ Seine Einsätze habe er nicht gezählt, es seien aber definitiv zu viele gewesen, zumal oft Menschen dabei zu Schaden gekommen seien. Dennoch habe sich die Hilfeleistung durch die Feuerwehr gelohnt. Mit etwa 1000 Feuerwehrleuten habe er zusammengearbeitet – Wilkening dankte allen für das kameradschaftliche Miteinander und hob einige besonders wichtige Weggefährten hervor. „Sicher habe ich es nicht jedem recht machen können. Aber das konnte und das wollte ich nicht“, so Wilkening. Ihm sei es immer um die Feuerwehr gegangen.

Der Schlusspunkt hatte wahrlich Klasse: Nach der Feierstunde patrouillierte eine Reihe Feuerwehrfahrzeuge vor dem Ratskeller. Mit Blaulicht, versteht sich – es war schließlich Wilkenings letzter „Einsatz“. gus

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