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Einst C&A vor der Tür gehabt

Die SPD-Kreistagsfraktion informiert sich Einst C&A vor der Tür gehabt

Die Sommertour hat die SPD-Kreistagsfraktion zum Rodenberger Heimatmuseum geführt. Dort stellte sich die neue Geschäftsführerin der Schaumburger Landschaft, Lu Seegers, den Politikern vor, denn das Thema Kultur stand im Fokus.

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Die SPD-Kreistagsfraktion, unterstützt von Landrat Jörg Farr (Zweiter von links), Lu Segers (rechts) und Rodenberger Sozialdemokraten, besucht das Heimatmuseum.

Quelle: gus

RODENBERG. Außerdem erhielten die Sozialdemokraten Einblicke in die bewegte Geschichte des Museums, das sich im letzten verbliebenen Gebäude des Rodenberger Schlosses befindet.

Marlies Berndt-Büschen erklärte, dass das Museum eins als eines von drei exemplarischen Förderprojekten von der Schaumburger Landschaft ausgewählt worden war – die anderen befinden sich in Rinteln und Hattendorf. Doch Geld war zunächst nicht viel da, um die Räume auszugestalten. Das änderte sich, als ein Zuschuss der Klosterkammer floss, sodass der Ausstellungsraum in seine heutige Gestalt versetzt werden konnte.

Als Museum waren die Räume zwar auch zuvor bereits genutzt worden, doch speziell im 20. Jahrhundert gab es viele Wendungen. Die Hitlerjugend nutzte das ehemalige Ständehaus beispielsweise für Zusammenkünfte.

Kirche für ein Vierteljahr-hundert

Außerdem lagerte das Unternehmen C&A seine Lagerbestände aus Hannover aus, als dort während des Zweiten Weltkriegs zunehmend Bomben fielen. „Die Rodenberger hatten also C&A vor der Tür“, scherzte Berndt-Büschen.

Nach dem Krieg sollte dann zunächst ein Kino einziehen. Diese Pläne wurden jedoch nie in die Tat umgesetzt. Von 1950 bis 1975 diente das Gebäude stattdessen als katholische Kirche – ein Resultat der damaligen Raumnot.

Aus dieser Zeit stammen noch die Deckenmalereien. Auch die jetzige Zugangssituation wurde in dieser Phase geschaffen, denn den Seiteneingang ließ die Diözese zumauern, sodass die Besucher beim Zutritt durch die eigentliche Seitentür den Eindruck erhielten, eine Hallenkirche zu betreten. Auch die Säulen wurden deshalb verstärkt. Auf der Empore predigte der Pfarrer.

Flüchtlinge mit einbeziehen

Nachdem die Kirchengemeinde wieder ausgezogen war, sollte erneut ein Museum ins Ständehaus. Ein Helferkreis in der Deisterstadt sammelte Ausstellungsstücke, wobei die Exponate der früheren Museumszeit, die im Krieg in die Mühle umgesiedelt worden waren, nicht wieder aufzustöbern waren. Es dauerte dann auch eine ganze Weile, ehe das Museum wiedereröffnet wurde. Dies geschah 2004. Mit professioneller Hilfe waren dafür moderne Vitrinen gestaltet und Erklärtexte formuliert worden. Flüchtlinge zeigen großes Interesse.

Lu Seegers hatte zuvor erklärt, dass sie bei ihrer Arbeit für die Schaumburger Landschaft Kultur auch als Katalysator für Begegnungen von Flüchtlingen mit Einheimischen und deren Traditionen begreifen möchte. Wie sinnvoll dieser Ansatz ist, belegte der Hinweis Berndt-Büschens, wonach besonders viele erwachsene Asylbewerber das Rodenberger Heimatmuseum besuchen, um sich dort umzusehen und sich mit der neuen Heimat vertraut zu machen. gus

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Grüße in die Welt

Cerstin Bayer, Geschäftsführerin der Kreistags-SPD, stellte ihren Weg vor, wie sie im Ausland für Schaumburg wirbt. Sie verschickt mit jeder Sendung an Kunden ihres weltweit agierenden Online-Shops Schaumburg-Postkarten. Darauf sind Attraktionen wie das Schloss Bückeburg, die Fachwerkhäuser Stadthagens und das Nenndorfer Schlösschen abgebildet. gus

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