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Eltern bekommen Geld zurück

Rodenberg Eltern bekommen Geld zurück

Die Eltern der fast 500 Rodenberger Kindergartenkinder bekommen Geld zurück: Die Stadt hat sich entschlossen, die Gebühren für die wegen Streiks ausgefallenen Betreuungszeiten zu ersetzen.

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Rodenberg. Dies erläuterten Verwaltungschef Georg Hudalla und Bürgermeister Ralf Sassmann im Gespräch mit dieser Zeitung.

„Wir wollen nur Leistungen abrechnen, die wir auch erbracht haben“, stellte Hudalla klar. Daher mache sich die betreffende Fachabteilung jetzt an die Arbeit, um auszurechnen, wie viel Geld den Eltern jeweils zurückzuzahlen ist. „Das soll vor allem ein Signal sein“, fügte Sassmann hinzu. Denn Reichtümer bekommen die Mütter und Väter nicht erstattet.

Zweistellige Euro-Beträge dürften es in den meisten Fällen sein. Es werden anteilig die exakten Ausfallzeiten berechnet, und die sich ergebenden Summen sollen von den nächsten Monatsbeträgen abgezogen werden. Fachbereichsleiter Reinhard Peter will dazu die aktuelle Phase der Friedenspflicht im Kita-Streik nutzen, denn in dieser Zeit wird es keine weiteren Streiks geben. Bis zum 22. Juni dauert die Friedenspflicht.

Die Aufgabe wird nicht leicht. „Wir haben mehr als 480 Kinder in unseren Kitas und nur einen Sachbearbeiter“, betonte Hudalla. Alle Kindertagesstätten müssen diesem zunächst einmal mitteilen, welches Kind zu welchen Zeiten nicht betreut werden konnte. Denn einheitlich ist die Situation nie gewesen. „Wir hatten Kitas, die waren keinen einzigen Tag zu“, so Hudalla. Darüber hinaus seien Notgruppen angeboten worden, die unterschiedlich stark genutzt wurden.

So muss also für jeden Einzelfall eine individuelle Rechnung erstellt werden. Unterm Strich dürfte sich eine Summe im niedrigen fünfstelligen Euro-Bereich ergeben. Nichts, was die Samtgemeinde vor finanzielle Probleme stellt. Allerdings ist der Arbeitsaufwand immens, Hudalla geht von vielen Überstunden aus.

Hintergrund der Gebührenerstattung ist, dass die Samtgemeinde die Streikzeiten von den eigentlichen Entgelten des Kitapersonals abzieht und die Streikkasse der Gewerkschaft Verdi die Lohnausfälle derjenigen Erzieherinnen, die der Gewerkschaft angehören, ausgleicht. Auf die Urlaubsansprüche der Erzieherinnen hat dies keine Auswirkungen, so Peter.

Stadtdirektor Hudalla bittet Eltern, vorerst von schriftlichen Anfragen zu den Gebührenerstattungen abzusehen. Diese verursachten nur noch mehr Arbeit. Zahlreiche Eltern hätten bereits auf diesem Wege eine Rückerstattung der Gebühren angemahnt. „Der Tonfall ist teilweise erstaunlich“, so Hudalla, der betont, dass die Samtgemeinde nichts für die Streiks kann. Die Tarifverhandlungen laufen auf Bundesebene.

Deren Ergebnis erwartet die Samtgemeinde mit einiger Spannung. Zwar sei im Haushalt bereits eine Anhebung der Erzieher-Gehälter eingeplant worden. Wird das Tarifentgelt aber deutlich angehoben, dürfte ein Nachtragshaushalt nötig werden. Rund zwei Millionen Euro an Personalkosten stehen im Etat für das Jahr 2015. gus

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