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Rodenberg Ende für den Garbe-Hof
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Ende für den Garbe-Hof
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13:35 16.08.2017
Der Bagger trägt das Logo von Hannover 96 – das abgerissene Fachwerkhaus war fast doppelt so alt wieder Traditionsverein. Quelle: nah
ALTENHAGEN II.

Der schon seit 1984 verwaiste Garbe-Hof stand zwar unter Denkmalschutz, doch seine früheren Eigentümer trugen nichts zu seinem Erhalt bei. Als jetzt der Besitzer wechselte, wurde zwar erneut eine mögliche Sanierung ernsthaft geprüft, doch scheiterte die Maßnahme letztlich an den enormen Kosten. Zu lange hatten Wind und Wetter und wohl auch unbefugte Hände dem Gebäude zugesetzt.

Dabei war das 1802 errichtete Vierständer-Fachwerkhaus in seinem Innern faktisch völlig unverändert geblieben. Links und rechts neben der großen Diele befanden sich die Stallungen für Kühe und Pferde. Eine kleine Treppe führte hinauf in den Wohntrakt, deren Wände in Teilen holzvertäfelt waren und deren Fenster noch Beschläge aus der Zeit um 1900 trugen. Unter den Stuben befand sich ein aus Bruchsteinen gemauerter Keller.

Hof bleibt in gewisser Hinsicht erhalten

Überliefert ist die Existenz des Halbmeierhofes schon aus dem 17. Jahrhundert, als er ursprünglich einer Familie Ebeling gehörte. Im 18. Jahrhundert führten zwei Generationen Tatge den Besitz. In der dritten Generation heiratete Sophie Eleonore Tatge den Bauern Claus Heinrich Steinemeier. Beide bauten 1802 das stattliche Gebäude, wobei der Eigentümer nicht mehr lange Freude daran hatte: Er starb nur drei Jahre später im Alter von 60 Jahren.

Die 18-jährige Tochter Karoline heiratete 1809 Johann Friedrich Garbe aus Rohrsen, sodass fortan der Hof seinen Namen tragen sollte – bis ins 21. Jahrhundert hinein, als die letzte direkte Nachfahrin der Familie im Alter von fast 65 Jahren starb.

Da sie geistig behindert gewesen war, hatte der Hof unter Verwaltung eines Nachbarn gestanden. Trotz wiederholter Bemühungen einiger Einwohner von Altenhagen II war das Ende des Garbe-Hofes wegen seines baulichen Zustands nicht aufzuhalten. Das Amt für Denkmalpflege hob den verfügten Schutz auf und erteilte die Abrissgenehmigung. Dennoch bleibt der Hof in gewisser Hinsicht erhalten. Der hölzerne Rahmen des alten Dielentores, der die Inschrift seiner Erbauer trägt, ist für eine spätere anderweitige Verwendung gesichert worden. Die zu dem Anwesen gehörende ortsbildprägende Scheune am Dorfeingang soll renoviert und in ihren ursprünglichen Zustand zurück versetzt werden. Sie ist vermutlich um 1900 entstanden. nah