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Erpressung mit Sex-Chat

Rodenberger muss sich vor Gericht verantworten Erpressung mit Sex-Chat

Eine mutmaßliche Erpressung mit anzüglichen Fotos und Chat-Protokollen sowie Bedrohungen und Misshandlung eines Kindes – Richter Kai Oliver Stumpe vom Stadthäger Amtsgericht hatte bei einer Verhandlung gegen einen 40-jährigen Rodenberger alle Hände voll zu tun, die undurchsichtige Beziehung zweier ehemaliger Nachbarpärchen nachzuvollziehen.

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Rodenberg. Dabei hatte nach den Worten des vorbestraften Angeklagten alles harmonisch angefangen. Dessen Lebensgefährtin und das spätere angebliche Erpressungsopfer haben sich Anfang vergangenen Jahres kennengelernt. Bald schon zog die vierköpfige Familie der vermeintlichen Geschädigten in dasselbe Haus in Rodenberg, in dem der Angeklagte und dessen Freundin heute noch wohnen. Die Freundschaft der beiden Frauen intensivierte sich, viele gemeinsame Aktivitäten und Abende waren die Folge.
Doch als der Angeklagte, der wegen eines anderen Deliktes im Gefängnis saß, im Frühjahr 2015 aus der Haft entlassen wurde, wendete sich das Blatt. „Er war immer sehr beleidigend und niederträchtig zu uns“, erzählt die 26-Jährige, die aus Angst darum bat, nicht vor dem Angeklagten aussagen zu müssen, weswegen dieser den Saal verlassen musste. Immer wieder habe der Angeklagte sie als „Schlampe“ beschimpft sowie gleichzeitig mehr und mehr Eingriff in das Leben der jungen Familie genommen.

„Dummerweise“ habe sie dennoch im Sommer des vergangenen Jahres sehr anzügliche Chats mit dem 40-Jährigen geführt und ihm ein Bild ihres Dekolletés zugesandt. Dass es zum Sex-Chat gekommen ist, bestätigt auch der Angeklagte – allerdings weist er die folgende Beschuldigung strikt von sich.

Denn nach Worten der 26-Jährigen wollte der 40-Jährige das Foto und das Chat-Protokoll dem Ehemann der zweifachen Mutter zeigen, sollte die an Depressionen leidende Frau ihm nicht 10.000 Euro übergeben.

Als diese sich mithilfe einer Sozialarbeiterin letztlich der Polizei offenbarte, erstatte sie außerdem noch Anzeige wegen Körperverletzung. Nach ihrem Angaben soll der Angeklagte im Zeitraum der Erpressung das fünfjährige Kind der 26-Jährigen mehrfach mit Schlägen auf den Po malträtiert haben, weswegen das Mädchen sich seit Kurzem in psychologischer Behandlung befindet.

Richter Stumpe war sich angesichts einiger Unstimmigkeiten über den Wahrheitsgehalt der Aussage der 26-Jährigen unschlüssig. Zum einen stellte er die Sinnhaftigkeit einer Forderung in Höhe von 10.000 Euro gegenüber einer Hartz-IV-Empfängerin infrage. Außerdem hatte die jetzt in Steinfeld lebende Frau vor Gericht angegeben, dass ihre Tochter bei der angeblichen Misshandlung geschrien habe, während sie bei der Polizei vor Jahresfrist aber davon gesprochen hatte, dass die Fünfjährige geschwiegen haben soll.

Äußerliche Verletzungen waren nicht zu erkennen gewesen. Auch der Fakt, dass sich das Mädchen erst jetzt in Behandlung bei einem Kinderpsychologen befindet, machte den Richter stutzig.

Zur Vernehmung weiterer Zeugen, die jeweiligen Partner des Angeklagten und der Klägerin, ist es wegen eines Anschlusstermins im Gericht nicht gekommen, die Verhandlung wird in den nächsten Wochen fortgesetzt.

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