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Rodenberg Ex-Bürgermeister hält die Kinder hin
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Ex-Bürgermeister hält die Kinder hin
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06:16 09.04.2012
Mit einem großen Scheck ließ sich Günter Altenburg (zweiter von rechts) kurz vor der Kommunalwahl im September ablichten. Quelle: bab
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Rodenberg (bab). Sieben Monate später, inzwischen Ex-Bürgermeister, ist er der Öffentlichkeit gegenüber wieder zugeknöpft. Denn auf dem Konto für die Kinder ist nur die Hälfte der Summe angekommen. Der Förderverein ist „enttäuscht“ über die „Unzuverlässigkeit“.

Elternvertreter und Förderverein des Kindergartens Grover Straße haben zurzeit ohnehin ein konfliktgeladenes Verhältnis zur Politik. Gerade wurden sie damit überrascht, dass die Einrichtung zu einer reinen Kinderkrippe umfunktioniert werden soll. Der Verein mit der Glucke als Symbol begleitet seit fast 25 Jahren Generationen von Kindern bis zu deren Schulbeginn. Für diese Zielgruppe war auch die Spende von Altenburg gedacht. Mit den versprochenen 1000 Euro sollten Selbstbehauptungskurse finanziert werden.

Demnächst soll der Kurs beginnen, und der Fördervereinsvorstand gibt stolz an, dies zu finanzieren. Aber auf die Frage, ob jetzt das Wahlgeschenk des ehemaligen Bürgermeisters zum Tragen kommt, platzte Fördervereinsvorsitzendem Helmut Schaare der Kragen. „Der hat doch nur die Hälfte bezahlt“, wetterte er.

„Leider ist das richtig“, bestätigt Kassenwart Stefan Diete. Trotz mehrfacher schriftlicher und telefonischer Aufforderungen sei Altenburg seine zweite Rate schuldig geblieben. „Ich habe nur einen Brief gekriegt“, bestreitet Altenburg, jemals Anrufe erhalten oder „mehrere“ Erinnerungen bekommen zu haben und beschwichtigt: „Das kommt noch“. Damit meint er wohl die 500 Euro. Aber eigentlich möchte der 70-Jährige „nicht darüber sprechen“ und brummelt diverse persönliche Begründungen ins Telefon.

Von der Diskussion über die Umwandlung zum Krippenkindergarten will der ehemalige Rodenberger Bürgermeister, der nach wie vor drei politische Mandate in Stadt, Samtgemeinde und Kreis innehat, weder vor der Wahl noch bisher irgendetwas mitbekommen haben. „Das ist das Erste, was ich höre“, sagt er entrüstet, als habe es die jüngsten, kontroversen Diskussionen im Samtgemeinderat gar nicht gegeben. Damit hänge die Angelegenheit mit dem Förderverein jedenfalls nicht zusammen. Und seine politischen Mandate glaubt er, adäquat auszufüllen.

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