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Fahrdienst mit dem Kirchenbus

Ehrenamtliche Helfer unterstützen Flüchtlinge Fahrdienst mit dem Kirchenbus

Die ehrenamtliche Betreuung der Flüchtlinge in Rodenberg funktioniert immer besser. Jetzt gibt es auch einen Fahrdienst, der die Neubürger in benachbarte Orte transportiert.

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Christel Griesing (rechts) ist eine der Fahrerinnen, die den von Tina Böhm (Mitte) initiierten Fahrdienst schultern.

Quelle: gus

Rodenberg. Die Unterstützung der Flüchtlinge ist zweigeteilt: Hauptamtlich kümmern sich Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt (Awo) um Aspekte wie Schule, Kita, Wohnungssuche und Gesundheitsversorgung. Doch darüber hinaus gibt es eben noch die Komponente Alltagshilfe. Zwei Hauptakteure gibt es dabei in Rodenberg: Einerseits gibt es da Uwe Märtens, der Sprachkurse koordiniert, andererseits ist Tina Böhm bis über beide Ohren mit dieser Aufgabe beschäftigt.

 Böhm kümmert sich um die Annahme und Weitergabe von Spenden, ist Ansprechpartner, wenn es um bestimmte Bedarfe geht. Und sie hat in Zusammenarbeit mit ihrer Kirchengemeinde, der katholischen Gemeinde St. Maria vom Heiligen Rosenkranz, den neuen Fahrdienst initiiert.

 Drei ehrenamtliche Fahrer bugsieren die Flüchtlinge mit einem Kleinbus der Kirchengemeinde vor allem nach Bad Nenndorf und nach Lauenau. Christel Griesing, Bruno Herberg und Paul Böhm heißen die Chauffeure. Als Ziele wird in erster Linie die DRK-Tafel am Bad Nenndorfer Rathaus angesteuert, wo es außer Lebensmitteln auch Kleidung gibt.

 Immer donnerstags stehen die Touren auf dem Programm. Wer den Termin nicht einhalten kann, wird freitags nach Lauenau zur dortigen Essensausgabe des Bürgerservices gefahren. Auch Arztbesuche werden auf diese Weise realisiert. Der Umsonstladen Bad Nenndorf ist ein weiteres regelmäßiges Ziel, denn dort bekommen die Neubürger auch Haushaltsgegenstände und Spielzeug.

 Tina Böhm lobt die Zusammenarbeit mit den Bad Nenndorfer Mitstreitern – allen voran Vera und Thomas Winkler. Der VfL Bad Nenndorf und der Umsonstladen-Verein engagierten sich ebenfalls ausgesprochen stark für die Flüchtlinge. Weitere mögliche Anknüpfungspunkte für ehrenamtliche Helfer in den beiden Städten können am kommenden Dienstag, 10. März, besprochen werden, wenn um 16.30 Uhr der Präventionsrat Nenndorf-Rodenberg im Vereinsheim tagt.

 62 Flüchtlinge werden nach Angaben Natia Langs (Awo) aktuell in Rodenberg in Übergangswohnungen beherbergt. Wie viele im Verlauf des Jahres noch hinzukommen, sei schwer abzuschätzen. Ziel sei es, die Neubürger mit dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ dazu zu bringen, dass sie irgendwann eigene Wohnungen mieten und Arbeit finden, um dann ein eigenständiges Leben in ihrer neuen Umgebung zu führen.

 Allerdings stehen bürokratische Hürden im Weg. Erst, wenn offiziell ein Asylverfahren eingeleitet ist, beginnt eine dreimonatige Frist, an deren Ende die Asylbewerber Arbeit annehmen dürfen. Und das ist ein großer Wunsch der Flüchtlinge, weiß Böhm. „Die wollen alle unbedingt arbeiten.“ gus

Willkommenszentren gibt es schon

CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat sich zuletzt für ein Patensystem zur Eingliederung von Flüchtlingen starkgemacht. Er forderte bundesweit Willkommenszentren nach kanadischem Vorbild. Doch eigentlich funktioniert die Integration der Zuwanderer in den Samtgemeinden Rodenberg und Nenndorf genau nach diesem Prinzip: Ehrenamtliche Helfer nehmen sich der Flüchtlinge an, erteilen Sprachunterricht, erledigen Besorgungsfahrten und vieles mehr. Die Willkommenszentren sind – um bei Taubers Vorstoß zu bleiben – das Backhaus Aktiv in Rodenberg sowie das Vereinsheim und der Umsonstladen in Bad Nenndorf. gus

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