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Rodenberg Foyer statt WC
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Foyer statt WC
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16:28 28.09.2018
Die Treppen sollen bald kein Hindernis beim Betreten des Heimatmuseums mehr darstellen. Foto: gus Quelle: gus
RODENBERG

Der Anbau an das Heimatmuseum im Ständehaus würde einen barrierefreien Zugang zu dem alten Gebäude schaffen. Per Rampe sollen Gehbehinderte zum Anbau hinauf gelangen, dessen Fußboden auf einer Höhe mit der oberen Stufe der Treppe zum Ständehaus liegen wird.

In dem neuen Gebäudetrakt sollen sich außer der Toilette auch ein Flur und ein Aufenthaltsraum samt Garderobe befinden. Beispielsweise bei Hochzeiten sollen dort Sektempfänge möglich sein. Der Neubau bekommt ein Flachdach. Drei Bäume sollen den Bereich beschatten.

Die Kosten belaufen sich nach Angaben vom stellvertretenden Baufachbereichsleiter, Arno Fatzler, auf 200.000 Euro. Es seien unter anderem „erhebliche Längen“ beim Verlegen von Wasserleitungen und Abwasserkanälen zu bewältigen, weshalb weitere 150.000 Euro hinzukommen dürften. Auf Grundlage des vorgestellten Entwurfs sollte der Bauausschuss einen Architekten mit der Feinplanung beauftragen.

Weit mehr als eine Toilette

Matthias Schellhaus (Grüne) störte sich an der Formulierung „Anbau einer WC-Anlage“. Es gehe um weit mehr, deshalb sollte das teure Vorhaben der Öffentlichkeit gegenüber auch entsprechend präsentiert werden. Dem schloss sich Stephan Lotz (parteilos) an. Es handle sich um ein unterstützenswertes Vorhaben.

Auch Erhard Steege (Rodenberger Interessen) hielt das Vorhaben für gut, die Kosten sollten aber genauer ermittelt werden. Dies geschieht Fatzler zufolge im weiteren Planungsverfahren.

Architekt gesucht

Umgesetzt wird die Maßnahme nicht vor 2019. Hauptziel ist es, den Teilnehmern an Veranstaltungen auf der Museumsinsel eine nahe gelegene Toilette zur Verfügung zu stellen. Daher lief das Ganze bisher unter dem ArbeitstitelAnbau einer WC-Anlage an das Ständehaus“. Hans-Dieter Brand (SPD) schlug für den weiteren Verlauf des Verfahrens den Begriff „Insel-Foyer“ vor.

Der Bauausschuss beauftragte die Verwaltung, Angebote von Architekten einzuholen, die den Vorentwurf in festere Konturen kleiden. Wird das von der SPD in den politischen Diskurs eingeführte Projekt realisiert, bedeutet dies einen großen Schritt. Denn so manche Veranstaltung litt bislang unter dem Fehlen einer Toilette. Idee der Sozialdemokraten war es, bei der Gelegenheit auch gleich Platz für einen Empfangsraum und für eine Garderobe zu schaffen.