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Frauen bringen Flüchtlingskindern Deutsch bei

Mütter helfen an Rodenberger Grundschule Frauen bringen Flüchtlingskindern Deutsch bei

Rektor Uwe-Jens Eberhardt ist mächtig stolz auf einige der Eltern seiner Grundschüler. Denn etwa ein Dutzend Mütter erteilt Flüchtlingskindern an der Julius-Rodenberg-Schule seit einigen Wochen Deutschunterricht – und zwar ehrenamtlich.

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Viele Flüchtlingskinder fangen im Deutschunterrich bei Null an. In Rodenberg helfen Mütter ehrenamtlich dabei. dpa

Rodenberg. Vier dieser Kinder besuchen derzeit die Rodenberger Grundschule. Das ist im Vergleich zu anderen Einrichtungen wenig, räumt Eberhardt ein. Doch wegen Personalknappheit stellt es die Lehrer vor eine unlösbare Aufgabe, wenn sie zusätzlich zu 20 Kindern noch eines unter ihren Fittichen haben, dem sie erst einmal die deutsche Sprache beibringen müssen. Dies ist aber unerlässlich bei der Integration und erst recht beim schulischen Vorankommen, so Eberhardt.

Also starteten die Lehrerinnen Adelheid Meimbresse und Sigrid Pfeifer einen Aufruf: Sie baten Eltern, sich der Flüchtlinge während der Unterrichtszeit anzunehmen und ihnen Deutsch beizubringen. Der Erfolg verblüffte den Rektor: Nach nur einer Woche begann der Zusatzunterricht. „Es ist toll, dass sich Eltern gefunden haben, die uns so unterstützen“, freut sich Eberhardt.

In Klasse 2a kümmern sich Dagmar Bolgen, Anna Gerdes, Cordula Kennedy, Inga Hansen, Stefanie Wigger, Petra Flamme-Müller und Christine Mützel jeweils ein bis zwei Stunden lang um den aus Montenegro stammenden Albin. Von den Lehrerinnen haben sie Lehrmaterial bekommen. Auf dessen Grundlage lesen die Frauen mit dem jungen Flüchtling oder erklären ihm Begriffe auf Deutsch.

Als ausgesprochen wissbegierig beschreibt Anna Gerdes den Jungen. Dessen Integration schreite spürbar voran, und auch seine Familie möchte mitziehen. Albins Vater meldete sich beispielsweise freiwillig zum Helfen beim Sportfest der Grundschule.

Eberhardt hofft, dass das Projekt weiter funktioniert – auch nach den Sommerferien. Denn für Kinder, die teils monatelang auf der Flucht waren, ist Stabilität und Regelmäßigkeit besonders wichtig. Und der Rektor rechnet mit einer zunehmenden Zahl an Flüchtlingen.

Allerdings ist nicht einmal sicher, dass die jetzigen Kinder wie Albin bis zum Ende der 4. Klasse an der Julius-Rodenberg-Schule bleiben. Im Durchschnitt bleiben sie nur etwa sechs Monate. Manchmal ist ein Umzug der Grund, manchmal die Zusammenführung von Vater und Mutter, die getrennt auf der Flucht waren, manchmal wird ein Asylantrag abgelehnt.

Die Schule bittet um weitere Unterstützer des Projekts. Interessierte können sich unter Telefon (0 57 23) 91 38 25 melden. gus

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