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Friedhof jetzt Kriegsgräberstätte

Gedenkstelle in Nienstedt eingeweiht Friedhof jetzt Kriegsgräberstätte

 49 Jahre nach der Einebnung ist am Mittwoch der Waldfriedhof der Hannoverschen Kinderheilanstalt in Nienstedt offiziell als Kriegsgräberstätte eingeweiht worden. Drei Stelen mit Namen und ein Grabzeichen direkt vor dem umzäunten Gräberfeld sowie eine Tafel und ein Gedenkstein ganz in der Nähe kennzeichnen das Areal nun.

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Schülerinnen der Leibnizschule Hannover legen einen Kranz an den Stelen mit den Namen der begrabenen ausländischen Kinder nieder. jhr

Rodenberg .  Zum Ende des Zweiten Weltkrieges waren in dem Waldgebiet nahe des Schullandheims der Leibnizschule, das zu Kriegszeiten als Ausweichkrankenhaus der Heilanstalt genutzt worden war, mehr als 100 Kinder beerdigt worden. 1248, viele von ihnen Kinder von in Polen oder Russland verschleppten Zwangsarbeiterinnen, konnte in der Außenstelle des Kinderkrankenhauses nicht mehr geholfen werden, sie starben in Nienstedt.

 Von 1945 bis 1966 war der Friedhof offiziell anerkannt, dann wurde er eingeebnet. „Damit wurde gegen geltendes Recht verstoßen“, machte Bernhard Gelderblom, Historiker aus Hameln, deutlich.

 Die Namen der ausländischen Kinder waren es, die dazu beitrugen, dass der Waldfriedhof als Gräberstätte der Opfer von Gewaltherrschaft und Krieg anerkannt wurde und allen bestatteten Kindern nun in würdiger Form gedacht werden kann. Für sein Engagement dankten Vertreter der Samtgemeinde Rodenberg, auf deren Gebiet der Waldfriedhof liegt, aber auch der Stadt Bad Münder, des Kinderkrankenhauses auf der Bult, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der Leibnizschule Hannover und des Innenministeriums. Hans-Dieter Brand, Stellvertreter des Samtgemeindebürgermeisters, freute sich über die große Beteiligung. „Wir müssen den Mantel des Vergessens öffnen, uns dem Verdrängten stellen“, mahnte er. Als „Friedhof der vergessenen Kinder“ hatte die Fläche im Wald traurige Bekanntheit erlangt.

 Als Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge stellte Karl-Heinz Mönkemeyer heraus, dass Erinnern Verpflichtung sei. Sein besonderer Dank ging an die Schüler der Leibnizschule, die sich in einem Kunstprojekt intensiv mit der Erinnerungskultur auseinandergesetzt hatten. „Es war ein langer Weg bis hier“, stellte auch Schulleiter Kurth Veith fest.

Von Jens Rathmann

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