Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Geeignet für einen Grusel-Dreh

Hotel Stockholm in Rodenberg Geeignet für einen Grusel-Dreh

Bis zu 3,5 Millionen Euro würde die Sanierung des Hotel Stockholm wohl kosten. Dies wurde bei der Sitzung des Bauausschusses in dieser Woche deutlich. Das Gremium tendierte daher eher in Richtung Abriss. Mit Kommentar unseres Redakteurs Guido Scholl in der Zeitung am Freitag und online.

Voriger Artikel
Kleiner Abriss noch ohne „großes Spielzeug“
Nächster Artikel
Vermeintliche Laser-Attacke

Vorne hui, hinten pfui: Die Front des Stockholm (kleines Bild) sieht noch schick aus, von der Rückseite aus betrachtet, wird der Verfall deutlich.

Quelle: gus

RODENBERG. Kurt Müller von der Herforder Brauerei attestierte dem Hotel Stockholm aktuell einen ungepflegten Zustand. „Und es wird nicht besser“, so Müller. Die Fassade sei „Mut machend“, und es gebe auch Bereiche im Inneren, die auf den ersten Blick recht ansprechend wirken, beispielsweise der Wintergarten und der Saal.

Doch andere Ecken im Gebäude seien geeignet, um dort „Harry Potter zu drehen“. „Da ist einiges im Argen. Und gar keine Diskussion gibt es bei der Kegelbahn, die muss raus, da ist nichts mehr zu retten“, so Müller. Ähnlich sehe es mit Teilen des Dachs aus. Verwunderlich sei, dass die Saaldecke von unten noch intakt aussieht, denn auch darüber gebe es „gut durchlüftete“ Stellen. Gar nicht mehr zu gebrauchen sei der Keller.

Kosten für Inneneinrichtung noch nciht bedacht

Wolle die Stadt das Gebäude sanieren, kämen Müllers Schätzung zufolge Kosten von bis zu 3,5 Millionen Euro auf die Kommune zu. Anfangs („aus dem Bauch heraus“) habe er noch 1,75 Millionen Euro angesetzt, doch genauere Betrachtungen führten ihn zu dem neuen Wert. Die Standfestigkeit sei ein kritischer Punkt, unter anderem mit Blick auf den Holzfußboden des Saales. Der Brandschutz und die Gaststättenverordnungen spielten ebenfalls bedeutende Rollen.

Die Kosten für die Inneneinrichtung seien bei seiner Schätzung nicht berücksichtigt, sagte Müller. Er bezifferte allein die für die Küche nötige Summe auf 150000 Euro. Müller riet der Stadt außerdem dazu, den Untergrund zu untersuchen, ehe weitere Schritte eingeleitet werden.

Für Neubau kein Fördergeld, für Sanierung schon

Wilfried Engelhardt (WGR) wollte nicht lange um den heißen Brei herumreden: „Kann man das überhaupt so, wie von Ihnen geschildert, sanieren?“, sagte er. Müller wich aus: Ja, wenn die Stadt eben jene Kosten von 3,5 Millionen Euro einkalkulieren will. Anja Niedenzu erkundigte sich nach den Kosten für einen Neubau, doch da musste Müller passen. Allerdings konstatierte er, dass im Fall eines Neubaus kein Keller nötig wäre.

Für Stefan Lotz (CDU) war die Sache klar: „Für mich ist da nichts Erhaltenswertes mehr.“ Er gehe auch davon aus, dass die Sanierung länger dauere als Abriss und Neubau. Dieser Ansicht schloss sich Müller an – die ansehnliche Fassade könnte auch nachempfunden werden. Es sei ebenso denkbar, die Front zu erhalten und dahinter einen Neubau einzurichten.

Ausschussvorsitzender Carlo de Rooij (CDU) gab zu bedenken, dass es für einen Neubau kein Fördergeld gibt, für eine Sanierung aber schon, wobei er klarstellte, von vornherein nicht für den Kauf des Stockholm gewesen zu sein. Es kristallisiere sich aber eine Tendenz pro Neubau heraus, stellte de Rooij leidenschaftslos fest. Ein Votum fasste der Ausschuss allerdings nicht. gus

factbox

Kommentar von Redakteur Guido Scholl

Ganz oder gar nicht - Stockholm komplett abreißen

Auch wenn es dem einen oder anderen nicht gefallen wird – aber der Abriss des Stockholm ist so gut wie beschlossen. Eine millionenschwere Sanierung wie beim Kurhaus in Bad Nenndorf wird der Rat mit Sicherheit nicht beschließen, denn anders als bei der Immobilie in der Nachbarstadt besteht hier kein großer architektonischer Wert, außerdem war das Kurhaus weit davon entfernt, baufällig zu sein. Wählt der Rat die jetzt mehr als wahrscheinliche Abrissvariante, dann sollten die Politiker aber keine halben Sachen machen und etwa die Fassade oder den – zugegebenermaßen – schicken Wintergarten erhalten wollen. „Ganz oder gar nicht“ muss die Devise heißen. Dann kann ein Planer unter gewissen Vorgaben der Stadt einen wirklich ansprechenden Neubau entwerfen.

factbox

Tanzschule legt ihr Konzept vor

Die Herforder Brauerei hat selbst kein Interesse, eine Gastronomie im Stockholm zu betreiben. Das Unternehmen berät die Stadt aber bei der Planung für das Areal. Eine Tanzschule dort gemeinsam mit einem Gastronomen anzusiedeln, hielt Kurt Müller für eine gute Idee. Interesse daran hat die Tanzschule von Mark Rudi bekundet, die derzeit bereits Kurse im Backhaus Aktiv anbietet.

Im Bauausschuss erläuterte Rudi seine Idee. Seine Zentrale befinde sich in Bückeburg. Doch das Konzept gehe dort nicht auf, weil sich ein Anwohner gegen die Lautstärke bei Veranstaltungen in der Innenstadt wehrt. Dieser Bürger sei Nachbar der Tanzschule, weshalb eine neue Zentrale gesucht werde.

Viele Veranstaltungen wären möglich

Die Tanzschule sei im Freizeit- und im Gesundheitsbereich tätig – auch über die gängigen Tanzkurse für Kinder bis Senioren hinaus. Unter anderem sei eine Kooperation mit dem Schaumburger Bündnis gegen Depressionen vorgesehen. Außerdem soll es einen Veranstaltungs-Bereich mit Bällen, Partys und Turnieren geben. „Wir verkaufen ein Produkt, und das heißt gutes Gefühl“, sagte Rudi.

Das Stockholm habe eine Tanztradition, daher solle der Name auch in dem künftigen Betrieb auftauchen. Ein Bistro oder eine Pizzeria dort anzusiedeln, wäre ein Wunsch Rudis, wobei er dazu bereits einige Interessenten an der Hand hat. Offen ist er dafür, dass weiterhin Sitzungen und Vereinsversammlungen in dem Gebäude abgehalten werden. Rudis Ausführungen wurden wohlwollend aufgenommen. Jetzt sollen weitere Beratungen in den Fraktionen folgen. gus

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg