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Gefechte im Angesicht des Herrn

Rodenberger Kirche ist beliebte Arena für „Pokémon“-Kämpfe Gefechte im Angesicht des Herrn

Manchen Menschen ist eben nichts heilig: Die Smartphone-bewaffneten Jäger der Pokémon – digitale Monster, die mittels einer App an verschiedenen Orten gefangen werden können – pilgern seit einiger Zeit immer häufiger zur katholischen Mariä-Himmelfahrt-Kirche am Anger.

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Kein Leitbild für Rodenberg

Der herrenlose „Karpador“, ein Wasserpokémon, hat sich mit dem Pflaster vor der Kirche einen ungünstigen Lebensraum ausgesucht. 

Quelle: geb

Rodenberg. Das eigene Seelenheil dürften die wenigsten der überwiegend jungen Smartphone-Nutzer dabei im Blick haben. Denn was dem braven Kirchgänger mit bloßem Auge verwehrt bleibt, offenbart sich dem Pokémon-Go-Spieler über seine App: Die Kirche am Hang des Alten Rodenberg ist eine heiß umkämpfte „Arena“. Abgesehen vom Heimatmuseum befindet sich dort der einzige Treffpunkt, an dem die Rodenberger ihre kleinen Monster aufeinander loslassen können. Denn dies passiert in Pokemon-Arenen.

Der sakrale Schauplatz brachte es in den drei Wochen, die Pokémon-Go jetzt verfügbar ist, auf ein beachtliches Renommee. Zwischenzeitlich erreichte er über die Kämpfe der fortgeschrittenen Spieler das neunte Level von maximal zehn. Stattliche 28 000 Punkte von 32 000 möglichen muss der Pokémon-Trainer dafür mitbringen.

Zwischen gelb, blau und rot wechselte die Arena schon häufig die Farbe, denn wenn eines der drei großen Pokémon-Teams das andere bezwingt, verpasst es der Animation einen neuen Anstrich.
Die Kirchengemeinde nimmt das digitale Schlachtfeld bisher gelassen, denn während des Gottesdienstes erdreistete sich bisher niemand, sich über das gezückte Smartphone ins Getümmel zu stürzen. Das Gebäude selbst zu betreten, um an den Wettkämpfen teilzunehmen, ist auch nicht zwingend nötig.

Gleichwohl steht die Kirche auch tagsüber meist offen, um zum Beispiel den Besuchern des benachbarten Friedhofs einen Moment der Ruhe zu gewähren. „Die meisten Spieler marschieren erst in den Abendstunden in kleinen Gruppen bergauf in Richtung Kirche“, beobachtete Almuth Sassmann vom Aktivkreis der Gemeinde.

Sie ist dem Treiben gegenüber durchaus aufgeschlossen. In dem populären Videospiel sieht Sassmann vor allem den Vorteil, dass junge Menschen wieder mehr an der frischen Luft unterwegs sind. „Wir haben in der Gemeinde schon darüber gescherzt, ob wir ein Schild aufstellen oder mit einem Stoff-Pokémon auf unsere Arena hinweisen“, so Sassmann.

Bisher habe es aber noch keine Überlegungen gegeben, die vorteilhafte Position der katholischen Kirche für die eigene Jugendarbeit auszunutzen. Die zweite Rodenberger Pokémon-Arena im Heimatmuseum ist nicht ganz so lukrativ, sie wird mit Level drei gelistet. In dem Fall hat die Kirche das Museum also eindeutig ausgestochen.

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