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Geheimnissen auf der Spur

Archäologe erklärt Heisterburg Geheimnissen auf der Spur

Die Heisterburg bleibt weiterhin geheimnisumwittert. Dennoch brachte Kommunalarchäologe Jens Berthold am Donnerstagabend zusätzliches Licht in das Dunkel, in dem die Anlage auf dem Deister schlummert. Rund 70 Zuhörer hatten sich zu der Präsentation im Rodenberger Ratskeller eingefunden.

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Die Heisterburg auf dem Deisterkamm ist erneut untersucht worden.

Quelle: gus

Rodenberg/Nenndorf. Mit geomagnetischen und elektromagnetischen Wellen wurde im vergangenen Herbst der Untergrund examiniert. Dies hatte den Vorteil, dass – anders als bei einer physischen Ausgrabung – nichts verändert wurde. Theoretisch kann künftig mit nochmals verbesserter Technik erneut am selben Bestand geforscht werden. Basismaterial hatte es so gut wie keines gegeben: Nur wenige Gefäße waren gefunden worden. Die ersten Vermessungsdaten waren 80 Jahre alt.

 Die Heisterburg ist, nüchtern formuliert, eine frühmittelalterliche Höhenburg. Erbaut wurde sie sowohl mit Steinen als auch mit Holz – Reste des Mauerwerks der Hauptburg sind noch zu erkennen, wo heute die Informationstafeln stehen. Möglicherweise, so Berthold, diente die Festung ab dem 10. Jahrhundert dazu, eine Grenze zu sichern. Die Hauptburg war komplett mit Wällen und Mauern umschlossen, an der Vorburg klaffte im Norden eine Lücke, die Berthold auch jetzt nicht erklären konnte.

 Die neue Untersuchung hatte die Hauptburg im Fokus. Entdeckt wurden Reste eines bisher unbekannten, 15 mal 13 Meter großen Gebäudekomplexes in der Hauptburg. Es könne sich aber auch um mehrere eng beieinander stehende Gebäude gehandelt haben. Zudem wiesen die Mitarbeiter Vorratsgruben nach und Öfen, in denen Metall verarbeitet wurde.

 Der Archäologe geht davon aus, dass die Hauptburg zum Wohnen, zum Wirtschaften und zu Repräsentationszwecken diente. Auch die Wasserversorgung war dort angesiedelt: Es gab eine Zisterne und wahrscheinlich einen Brunnen. Die Vorburg könnte eine Fliehburg gewesen sein. Dort gab es mindestens ein Grubenhaus mit mehreren Feuerstellen.

 Noch sind die Ergebnisse nicht restlos ausgewertet. Berthold will diese noch mit den alten Aufzeichnungen abgleichen, um endgültig die in der Hauptburg vermuteten Gebäudeteile zu verorten. Berthold plant zudem eine wissenschaftliche Ausarbeitung ebenso wie ein populärwissenschaftliches Buch zu seinen Forschungen, die sich auch auf andere Burgen in der näheren Umgebung erstreckten. Noch immer unklar ist, welcher Herrscher die Heisterburg errichten ließ und wer dort residierte. Es gehe in jedem Fall um die Zeit vor den Schaumburger Grafen. Und wäre die Geschichte anders verlaufen, hieße der Kreis heute vielleicht Heisterburg. gus

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