Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Rodenberg Geschichte eines Reisenden
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Geschichte eines Reisenden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:49 22.02.2018
Norbert Jahn schildert Eindrücke und Erlebnisse während seiner Tätigkeit als Unternehmer in Osteuropa und Asien. Quelle: ar
Rodenberg

Abwechselnd mit seiner Frau Renate las er Abschnitte vor und erzählte Privates und Berufliches, das sich oft verwoben hatte. Ein Beispiel für eine solche Verquickung war die Existenzgründung von Larissa und Elena, deren Freundin als Empfangsdame in einem Hotel in Kiew arbeitete, wo Jahn oft übernachtete.

Abenteuerlich starteten sie in der Textilbranche mit zehn Kubikmetern Saisonware aus Nienburg, die per Linienbus in die Ukraine verfrachtet werden sollten. Was auf Jahns Vermittlung begonnen hatte, endete mit jährlichen Besuchen in der Deisterstadt.

Liebe auf den ersten Blick

Schelmisch lächelnd erzählte der Autor, wie er während seines Grundwehrdienstes in Loccum seine Frau kennengelernt hatte. Eigentlich aus Braunschweig stammend hatte sie sich dort auf einer Klassenfahrt befunden. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, gestand Jahn seinem Publikum.

„Man muss nicht diverse Sprachen beherrschen“, betonte der Rodenberger in seinen Ausführungen. Wenn er jemanden anschaue, wisse er, ob er mit ihm kommunizieren könne. Seine „bescheidenen“ Englischkenntnisse habe er in einem 14-tägigen Crash-Kurs in London erworben. Ein bisschen Serbokroatisch und Russisch spreche er ebenfalls.

Verhandelt habe Jahn meist auf Deutsch oder Englisch, und besiegelt wurde alles immer per Handschlag. So seien Geschäfte sonst eigentlich nicht über die Bühne gegangen, gab der Autor preis. Er habe die richtigen Leute kennengelernt, was ihm in den Balkantaaten und in Russland oft ein Türöffner gewesen sei.

Bandura-Spieler gesucht

Launig erzählte Jahn von seinen Erlebnissen in Nordkorea, Rumänien, Bulgarien oder auch in der Ukraine und bescherte seinen Zuhörern so einen kurzweiligen Abend. Eine Bronzefigur, die die Gründung Russlands darstellt und von der es nur noch ein zweites Exemplar gibt, das seinerzeit Helmut Kohl geschenkt worden sei, hatte er ebenfalls mitgebracht.

Einen Herzenswunsch hat Jahn, der so viel erlebt hat, jedoch immer noch. Nachdem er jahrelang kleine Geschenktüten für Kinder in die Region um Tschernobyl geschickt hatte, bekam er dort eine Bandura – ein Zupfinstrument – geschenkt, die er auch in der Buchhandlung von Lars Pasucha zeigte. Ehefrau Renate verriet: „Wir können sie nicht spielen und haben hier auch noch niemanden gefunden, der das kann. Es wäre so schön, wenn wir jemanden finden würden, der dieses Instrument beherrscht.“