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Grüne Weide erst nach 17 Jahren

Rodenberg Grüne Weide erst nach 17 Jahren

Darüber, dass in Rehren eine ökologische Ausgleichspflanzung 13 Jahre auf sich warten ließ, können die Mitglieder der Lokalen Agenda in Rodenberg nur müde lächeln. Sogar 17 Jahre dauerte es, ehe der Bund seiner ökologischen Verpflichtung im Zusammenhang mit der Autobahnverbreiterung in der Nähe der Deisterstadt nachkam.

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Die Weidesoll bald von „Großvieh“bevölkertwerden.

Quelle: gus

Rodenberg. Die A2 wurde 1998 im Bereich der Samtgemeinde Rodenberg dreispurig ausgebaut. Im Ausgleichspaket, das den damit verbundenen Eingriff in die Natur aufwiegen sollte, war auch enthalten, dass ein 19000 Quadratmeter großer Acker am Deisterhang in eine extensiv genutzte Grünlandfläche umgewandelt wird. Extensiv waren anschließend aber vor allem die Bemühungen der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, dieses Vorhaben umzusetzen.

Denn bis 2011 tat sich nichts. Wäre dann nicht Gülle in einen Bachlauf ganz in der Nähe gelaufen, hätte das Vorhaben wohl noch viel länger im Dornröschenschlaf gesteckt. Doch Mitgliedern der Lokalen Agenda fiel damals auf, dass die Weidefläche nie angelegt worden war. Stattdessen nutzte der Pächter das Gelände weiter als Acker.

Die Agenda wies die Samtgemeinde auf das Problem hin. Die war aber nicht zuständig. Auch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises hatte nichts mit der Ausgleichsmaßnahme zu schaffen. Im Jahr 2012 trat die Agenda dann an die Landesbehörde heran, die sich zwar zuständig erklärte, weil ihr das Vorhaben vom Bund übertragen worden war – voran ging es jedoch noch immer nicht, wie sich Gerhard Hurek von der Lokalen Agenda erinnert.

Erst als er im vergangenen Jahr den SPD-Landtagsabgeordneten Karsten Becker einband, stellte dieser Kontakt zu Innenminister Boris Pistorius her, der wiederum die Umsetzung der Ausgleichsmaßnahme zusagte. Danach nahm das Tempo deutlich zu, der alte Pachtvertrag wurde aufgelöst, der Ackerbau eingestellt.

Jetzt wurde der Pachtvertrag neu ausgeschrieben, und zwar mit strikten Auflagen. „Zwei Großvieh-Einheiten“ sind auf der Weidefläche erlaubt. Hinter dem Begriff aus dem Verwaltungsjargon stecken zwei Kühe oder auch zwei Pferde. Gülledüngung ist nur noch erlaubt, wenn zuvor der Boden im sogenannten Schlitzverfahren aufgeraut wird. Überhaupt dürfen pro Hektar und Jahr nur noch maximal 60 Kilogramm organischen Düngers verteilt werden. Die Mahd ist auf den Spätsommer festgelegt.

Das Handeln der Agenda hat noch einen angenehmen Nebeneffekt: Direkt an die jetzige Weidefläche grenzte einst ein Weg an. Doch der war gänzlich in die alte Ackerfläche übergegangen. Nachdem die Agenda das Rathaus darüber informiert hatte, tauchte der verschwundene Weg wieder auf. Hurek betont: Wege und Grünflächen, die sich in Gemeindebesitz befinden, sollen unbedingt erhalten bleiben. Die Lokale Agenda überwache dies anhand von Geodaten – heutzutage sei das Erfassen von Flächen im Internet ein Kinderspiel. gus

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