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Rodenberg Havarie auf der Graft
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Havarie auf der Graft
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12:02 07.05.2018
Auf der Graft vor dem ehemaligen Ständehaus herrscht reger Schiffsverkehr. Quelle: nah
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Rodenberg

Und sie kamen: zu Fuß, mit dem Rad oder auch mit dem eigens eingesetzten Shuttlebus. Einige hannoversche Passagiere aber schimpften tüchtig: Gleisbauarbeiten sorgten für Verspätungen bei der eigentlich attraktiven S-Bahn/Bus-Kombination als Direktverbindung über den Deister.

Schon beim Betreten der Schlossinsel aber reckten sie die Hälse: Auf der Graft drehten Schiffsmodelle ihre Runden: Barkassen und Fischkutter eher behäbig, Rennboote dagegen mit mächtiger Bugwelle. Zu viel Tempo aber forderte seinen Tribut: Ein schnittiges Wassergefährt blieb im Schilfdickicht hängen, das der Vorsitzende des Modellbauclubs, Stephan Kohnen, nur mit der Wathose aus dem brusttiefen Wasser bergen konnte. Die kleine Havarie blieb der einzige Zwischenfall der Saisoneröffnung des hiesigen Vereins.

Enten immer wieder aufgeschreckt

Nur die eigentlich auf dem ehemaligen Burggelände dominierenden Enten schreckten immer wieder auf. Erst waren ihnen die Schiffe nicht geheuer; dann die Töne der Jagdhornbläser, die im Rumpf des alten Treppenturms einen gleichermaßen optischen wie akustischen Eindruck hinterließen. Schade nur, dass so wenige Zuhörer den waidmännischen Signalen lauschten.

Auch Marlies Berndt-Büschen zeigte sich ein wenig enttäuscht. Sie hatte eingeladen, einmal einige der klassischen Wettspiele auszuprobieren, wie sie früher einmal üblich waren: Sackhüpfen, Kartoffellauf, Dosenwerfen, Hinkelkästchen oder das Deltaspiel, das schon aus römischer Zeit überliefert ist, bei dem Murmeln auf immer spitzer zulaufenden Feldern rollen müssen und den jungen Akteuren bei ein wenig Geschick Punkte lieferten. Doch die erhoffte große Resonanz blieb leider aus.

Insgesamt allerdings profitierten Heimatfreunde und Schiffsmodellbauer, die im Schatten hoher Bäume auch zu Bier und Bratwurst einluden, von einem Mangel an anderer Stelle: Zum ersten Mal gab es keinerlei Programm an „Kriegers Rast“, das in früheren Jahren das Publikum oft in Scharen gelockt hatte. nah

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