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Rodenberg Heiner Geißler für humane Weltwirtschaft
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Heiner Geißler für humane Weltwirtschaft
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00:16 22.03.2017
„Jesus hat Krach gemacht. Luther auch. Ich wünsche mir, dass wir alle den gleichen Mut haben, unsere Stimme für eine humane Weltwirtschaft zu erheben.“, erklärt Heiner Geißler. Quelle: ar
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RODENBERG.

Nach der Auseinandersetzung mit dem Leben des theologischen Urhebers der Reformation vor 500 Jahren kommt der 87 Jährige zu dem Schluss: heute würde Luther seine Stimme für eine gerechte, humane Weltwirtschaft erheben und fordern, den Menschen in den Mittelpunkt politischer Aufgaben zu stellen. Der Reformator würde seiner Meinung nach erinnern: „Nächstenliebe ist eine Pflicht. Macht nicht die gleichen Fehler wie früher. Redet miteinander und beendet die Spaltung, die die Welt in so vielen Bereichen beherrscht.“ Geißler, der unter anderem als Novize in einem Jesuitenkloster gelebt hatte, nahm eindringlich Bezug auf den Umgang mit Flüchtlingen, Hunger, Analphabetismus und Misshandlung von Frauen. Besonders beim Thema häusliche Gewalt merkte man dem Referenten an, wie sehr ihn dieses Thema berührte. „Bereits Luther hat gesagt, Männer sollen ihre Frauen nicht schlagen. Wir müssen uns mit diesem schrecklichen Problem dringend beschäftigen.“, mahnte er.
Weiterhin müsste der Reformator die katholische Kirche auffordern, Diskriminierungen zu beenden und das Zölibat aufzuheben. Gemeinsam sollten sich die katholische und die evangelische Kirche nach Geißlers Ansicht ihrer politischen Verantwortung bewusst werden und mit Politikern zusammen arbeiten. Unter großem Beifall hob er hervor, wie ungleich das Geld auf der Welt verteilt sei („Es gibt auf der Welt Geld wie Heu. Es gehört nur den falschen Menschen.“) und schlug eine Finanztransaktionssteuer auf Börsenumsätze vor, um der UNO Geld für ihre humanitären Leistungen zur Verfügung stellen zu können.
Der Referent zeigte sich jedoch nicht nur als Denker mit erhobenem Zeigefinger. Augenzwinkernd erzählte er Anekdoten aus seiner Kindheit sowie aus seiner politischen Laufbahn und erntete damit offensichtlich großen Respekt und viel Applaus.

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