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Historiker referiert über Stadtgründung Rodenbergs

Dünnes Bier, grober Chirurg Historiker referiert über Stadtgründung Rodenbergs

Auch nach dem 400-Jahr-Fest bleibt die Geschichte Rodenbergs weiter ein wichtiges Thema für die Bürger der Deisterstadt. Das bewies die Resonanz auf den Vortrag des Historikers Thomas Vogtherr zur Historie der Stadt im Ratskeller. Der Professor von der Universität Osnabrück hatte für das Publikum im voll besetzten Saal erkenntnisreiche und manchmal witzige Anekdoten auf Lager, die auch Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla und Rodenbergs Bürgermeister Ralf Sassmann aufmerksam verfolgten.

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Rodenberg (js). Mit seiner leichten und ungezwungen Art gelang es dem Gelehrten in Windeseile, die Gunst der Zuhörer für sich zu gewinnen. In einfachen Worten erklärte er, „wie Rodenberg zur Stadt wurde und was aus der Stadt Rodenberg wurde“.
So erfuhren die Anwesenden beispielsweise, dass der Stadtbrief von 1615, ausgestellt von Graf Ernst von Schaumburg, eine Vielzahl von juristischen Einzelbestimmungen enthielt. So sollte unter anderem das Bußgeld für Vergewaltigungen und Schlägereien in der Stadt bleiben. „Kapitalverbrechen wie Mord wollte der Landesherr aber schon selbst klären“, sagte Vogtherr. Das bedeute aber nicht, dass ständig geraubt und gemordet wurde. „Das lässt sich mit der Straßenverkehrsordnung vergleichen“, sagte der Historiker, „wir fahren auch nicht immer zu schnell. Aber manchmal kommt es eben vor.“
Der Katalog enthielt auch Maßnahmenbestimmungen friedlicher Natur. So sollten drei Jahrmärkte stattfinden, Wege gepflastert und die Mistgruben vor Häusern geschlossen werden. „Ganz wichtig: Die Bürger sollten sich fortan städtisch verhalten – was auch immer das bedeuten mag“, sagte Vogtherr schmunzelnd.
Außerdem klärte er die Zuhörer darüber auf, dass Rodenberg Anfang des 17. Jahrhunderts über ein durchschnittliches Aufkommen von Handwerkern verfügte, aber immerhin schon einen „Chirurgus“ auf der Gehaltsliste stehen hatte. „Aber machen Sie sich keine Illusionen, das war ein Handwerker mit rabiaten Methoden“, erklärte Vogtherr.
Weiterhin habe das Bier aus Rodenberg in der frühen Neuzeit einen guten Ruf genossen. „200 bis 400 Liter des Gerstensaftes tranken die Menschen – pro Jahr.“ Doch man könne das Bier von damals nicht mit den modernen Erzeugnissen vergleichen. „Das waren eher bierähnliche Erfrischungsgetränke mit bis zu 1,5 Prozent Alkohol. Da haben wir es heute weit besser“, stellte Vogtherr klar.

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