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Inklusion: Schulen stoßen an Grenzen

Raumsituation zu beengt Inklusion: Schulen stoßen an Grenzen

Der Rodenberger Grundschulrektor, Uwe-Jens Eberhardt, hat für bessere Bedingungen bei der inklusiven Betreuung behinderter Kinder geworben. Im Schulausschuss der Samtgemeinde Rodenberg berichtete er von den bisherigen Erfahrungen mit zwei geistig behinderten Kindern, die seit Sommer die Grundschule besuchen.

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Quelle: dpa

Rodenberg.  Das Lernniveau sinke deshalb aber nicht, dafür ist Eberhardt zufolge eher mangelnde Disziplin anderer Schüler verantwortlich.

 Nach Worten des Rektors stößt die Schule dabei an ihre Grenzen. Es fehle beispielsweise ein Rückzugsraum, wenn ein Kind mit Asperger-Syndrom einen Anfall bekomme. „Dann geht im Unterrichtsraum nichts mehr“, so Eberhardt. Mit dem Landkreis Schaumburg stehe er in ständigem Kontakt, was das Gebäude an der Langen Straße angehe – die Situation in Apelern sei nicht besser. Die Schule solle modernen Unterricht machen und die Maßgabe der Inklusion erfüllen. Dazu sei aber auch eine entsprechende Ausrüstung notwendig.

 „Dass das Thema auf uns zukommt, war uns klar, aber so geballt hatten wir es nicht erwartet“, gestand Ausschussvorsitzender Karl-Minne Braaksma (SPD) ein. Er sehe keine Möglichkeit, per Anbau einen zusätzlichen Raum zu schaffen. Schon finanziell dürfte dies der Kommune schwer fallen. Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla sagte, dass mittlerweile auch „manch einer in der Landesregierung“ das Modell der Inklusion nicht mehr als das ideale ansehe.

 Lauenaus Grundschulrektor Detlef Jelitto erklärte seinerseits, dass die Raumsituation im Flecken zwar okay ist. Doch auch er zweifelte am Erfolg der Inklusion. In Lauenau gebe es ein geistig behindertes Kind. Eine Lehrerin allein sei mit der Betreuung der Klasse, in die dieses Kind geht, überfordert. Zudem hapere es derzeit an Förderstunden in Lauenau, unter anderem, weil Jelitto aus unterschiedlichen Gründen auf mehrere Lehrkräfte verzichten muss.

 Carlo de Rooij (CDU) erkundigte sich nach dem Einfluss der Inklusion auf das Lernniveau in den betreffenden Klassen. Die Meinungen waren unterschiedlich. Jelitto sagte, für eine verlässliche Einschätzung sei es noch zu früh, er erwarte aber einen leichten Rückgang des Niveaus. Eberhardt vertrat die Ansicht, dass sich die Inklusion nicht negativ auswirkt, viel eher seien es Störungen aus Respektlosigkeit und mangelnder Disziplin anderer Schüler. „Ein Kind, das sabbert oder mal ein Geräusch macht, stört den Unterricht nicht“, so Eberhardt. Leider lasse das Benehmen mancher Schüler aber zu wünschen übrig.

 Günther Wehrhahn, Leiter des Hauptamtes, setzte seine Hoffnung auf Gespräche der Kommunalverbände mit der Landesregierung. Ziel: Derjenige, der die Inklusion vorgeschrieben hat, soll sie auch bezahlen. Das wäre dann das Land Niedersachsen. „Wir verwalten im Wesentlichen einen Mangel“, konstatierte Karsten Dohmeyer (Grüne) zur Situation der Kommunen. gus

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