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Insel Mallorca – wenig beachtet

Rodenberg / Erinnerung Insel Mallorca – wenig beachtet

Der Todestag des berühmtesten Sohnes der Stadt Rodenberg jährt sich in 2014 zum 100. Mal: Julius Rodenberg starb am 11. Juli 1914. Die Museumslandschaft Amt Rodenberg plant daher ab 11. September eine Sonderausstellung in der Sparkassengeschäftsstelle. Doch wer war Julius Rodenberg überhaupt?

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Gedenktafel an Julius Rodenbergs Geburtshaus.

Quelle: gus

Von Guido Scholl Rodenberg. Eigentlich war er Julius Levy, denn unter diesem Namen kam er am 26. Juni 1831 in der Deisterstadt zur Welt. Der junge Julius genoss im Elternhaus an der Langen Straße die Privilegien einer wohlhabenden Familie, sein Vater Simon Gumbert Levy war Kaufmann und ließ seinen Sohn ab 1841 von Hauslehrern erziehen. Später besuchte Julius Levy das Ernestinum in Rinteln, wo er sein Abitur ablegte.

 Zwar besuchte der Gelehrte seine Geburtsstadt später ab und zu, doch streng genommen endet Julius Levys örtlicher Bezug zum Schaumburger Land mit dem Abschluss der Schullaufbahn. Sein Studium der Rechtswissenschaften absolvierte Julius Levy in Marburg, Heidelberg und Berlin.

 Antisemitismus gar es bereits damals in Deutschland, und 1954 entschloss sich der junge Mann, seinen jüdischen Nachnamen zu ändern – die Wahl fiel auf den Namen seiner Geburtsstadt. Zum Christentum konvertierte Julius Rodenberg allerdings nicht.

 Der studierte Jurist begann eine journalistische Karriere und arbeitete auch als Schriftsteller. Seine wichtigste Tätigkeit war allerdings die des Publizisten. In dieser Funktion schuf Julius Rodenberg eine neue Magazinform: Die anspruchsvolle Unterhaltungszeitschrift. Als solche gab Julius Rodenberg von 1861 bis 1863 das „Deutsche Magazin“ heraus, später war er einer der führenden Mitarbeiter des Magazins „Der Salon für Literatur, Kunst und Gesellschaft“.

 Sein Hauptwerk war die Herausgabe der „Deutschen Rundschau“ ab 1874. Die Zeitschrift hatte Julius Rodenberg selbst gegründet. 160 Bände erschienen, das Blatt wurde zur führenden Kulturzeitschrift im deutschsprachigen Raum, wobei auch Exemplare nach Übersee versandt wurden. Zum Leserkreis gehörten vor allem gebildete Deutsche mit einem breiten Leseinteresse.

 Die Themen der „Deutschen Rundschau“ umfassten wissenschaftliche und politische Essays und Reiseberichte ebenso wie literarische Beiträge. Zu den berühmtesten Schriftstellern, die Texte in der Zeitschrift veröffentlichen ließen, gehörten Gottfried Keller, Selma Lagerlöf, Bjørnstjerne Bjørnson und Ricarda Huch. Bjørnson und Lagerlöf erhielten später den Literaturnobelpreis. Über 900 Autoren verfassten in Julius Rodenbergs „Rundschau“ mehr als 5000 Artikel. Darunter fanden die Mitglieder eines Arbeitskreises der Museumslandschaft auch Kurioses: „Mit dem Auto durch die Wüste Gobi“ und „Mallorca – Wenig beachtete Insel“ lauteten zwei Titel.

 1911 wurde Julius Rodenberg die Ehrenbürgerschaft seines Geburtsortes verliehen. Das Hauptwerk des Schriftstellers, Journalisten und Herausgebers ist ab Donnerstag, 11. September, in der Sparkasse Rodenberg zu sehen: 155 der 160 „Rundschau“-Bände stehen dann in einem 6,30 Meter langen Bücherregal. Eine Textilbespannung illustriert die Lebenszeit Julius Rodenbergs, in dem sie Autorenbeiträge in seinen Magazinen, geschichtliche Ereignisse und persönlich Erlebtes des gebürtigen Rodenbergers auflistet.  gus

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