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Ist Suspendierung überzogen?

Nach Backpfeife an IGS Ist Suspendierung überzogen?

Dass eine Schülerin für eine Woche von der IGS Rodenberg suspendiert wurde, sorgt weiter für Diskussionsstoff. Weil die Schule mit Blick auf die Verschwiegenheitspflicht schweigt, sind die Hintergründe weiter unklar. Während sich einige Amtsträger bedeckt halten, sehen andere die Maßnahme als überzogen an.

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RODENBERG. Bisher ist nur die Version des suspendierten Mädchens bekannt, die behauptet, von einer ehemaligen Freundin provoziert worden zu sein, woraufhin sie zu einer Backpfeife angesetzt hatte. Demnach blieb ihre Schulkameradin unverletzt. Daraufhin hat eine einberufene Klassenkonferenz beantragt, dass Mädchen für eine Woche nach Hause zu schicken. Die Mutter der 14-Jährigen will die Tat „keinesfalls verharmlosen“, zeigte sich aber angesichts der Strenge der Strafe erbost.

Schulleitung weist auf Verschwiegenheitspflicht

 Die Schulleitung beruft sich auf die Verschwiegenheitspflicht einer Klassenkonferenz und wollte sich nicht zu den Vorfällen äußern. Ebenso bedeckt zeigt sich Eckart Herrmann (Kreiselternrat), der darauf verweist, dass Probleme einzelner Schulen intern zu regeln seien. Auch die Landesschulbehörde verweigert aus Gründen des Datenschutzes Auskunft über den Vorfall. Das Verhängen einer Suspendierung sei aber im Niedersächsischen Schulgesetz verankert. Erhebungen, wie oft im Land Schüler verwiesen werden, gebe es nicht.

Suspendierung kein Regelfall

 Sozialdezernentin Katharina Augath spricht davon, dass Suspendierungen zwar „nicht der Regelfall“ seien, aber in Ausnahmefällen durchaus vorkommen. Bis zu drei Monate können Schüler vom Unterricht ausgeschlossen werden. Und erzieherisch könne so eine Maßnahme durchaus Sinn ergeben, „da alle mitbekommen, dass der Schüler nach Hause muss“. Friedrich Lenz (Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft) hält die Strafe – sollte tatsächlich „nur“ eine Backpfeife geflogen sein – für „überzogen“. Da müsse „mehr dahinter stecken“, so Lenz weiter. Suspendierungen gebe es im Landkreis ohnehin höchst selten, da reiche eine Backpfeife eigentlich nicht aus. Er spricht von einer „relativ normalen Form des Streits, die aber natürlich geahndet werden muss“. Er halte Sozialarbeiten wie das Leeren von Papiereimern und das Reinigen von Klassenräumen in so einem Fall für angebracht. js

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