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Rodenberg Jubel bleibt aus
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Jubel bleibt aus
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15:20 22.12.2017
Die Nachnutzung des Hotel Stockholm ist derzeit in der Deisterstadt das am meisten diskutierte Sachthema der Lokalpolitik.  Quelle: pr.
RODENBERG

Vorsitzender Willi Gerland bemängelte unter anderem das Fehlen von Parkplätzen im direkten Umfeld des Komplexes, der 45 Wohnungen, eine Tagespflegestelle und eine Seniorenwohngemeinschaft beinhalten soll. Auch die Dimensionen des geplanten Gebäudes seien ambitioniert. Friedhelm Springinsguth sprach von einem Hochhaus, dass Rodenberg bekäme. Ob das alles so umgesetzt wird, ist indes noch offen.

Dass die Stelle, an der das Ganze entstehen soll, die richtige ist, stellte Gerland ebenfalls vorsichtig infrage. Ihm pflichtete Wilfried Engelhardt vom Grundsatz her bei. Doch er sagte auch, es gebe zentrumsnah keine Alternative. Bereits bei der ersten Präsentation der Pläne war die Standortwahl von Einwohnern kritisiert worden. Und auch da hatte die Verwaltung auf das Fehlen alternativer Plätze verwiesen.

Engelhardt sagte allerdings auch, dass die Gemeinde im Prinzip froh sein kann, wenn sie einen Investor bei der Hand hat, der in der Dimension Geld ausgeben will. Denn was mache die Stadt, wenn der jetzige Interessent abspringt? Dann bleibe wohl nur der Abriss. „Und was dann?“, fragte Engelhardt.

Nicht mehr viel zu retten

Er habe sich die brach liegende Ex-Gastronomie-Immobilie in seiner Funktion als Stadtratsmitglied angeschaut und sei vom Zustand des Gebäudes erschrocken gewesen. So sehr er sich den Erhalt des Stockholm gewünscht habe – realistisch sei dies aus wirtschaftlichen Gründen nicht. „Ich bin da drin gewesen. Da ist nicht mehr viel zu sanieren“, so Engelhardt. Auch der Erhalt der Fassade sei mehr als fraglich.

Ein Erhalt des Gebäudes oder von Teilen spielt bei den aktuellen Plänen ohnehin keine Rolle mehr. Würde der jetzige Investor zum Zuge kommen, würde dieser das Stockholm abreißen und komplett neu bauen.

Springinsguth vertrat aber auch die Ansicht, dass sich die Stadt nicht erpressen lassen darf. Sollten sich die Pläne nicht mit den Interessen der Kommune und jenen der Bürger vereinbaren lassen, dann sollte dem Vorhaben kein grünes Licht gegeben werden. Derzeit läuft erst einmal das Verfahren zur Bebauungsplanänderung, bei dem auch die Öffentlichkeit beteiligt wird. Jeder Einwohner kann zu dem Bauvorhaben Stellung beziehen.

Ein Hamburger Planungsbüro, das bereits mehrere ähnliche Projekte umgesetzt hat, möchte auf dem Areal ein Soziokulturelles Zentrum gepaart mit einer Seniorenwohnanlage schaffen. Einen Saal und ein Restaurant für die Öffentlichkeit soll es ebenfalls geben. gus