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Keine Erben zu finden

Schandfleck Algesdorf Keine Erben zu finden

Ein Schandfleck in Algesdorf könnte bald verschwinden. Das seit Jahren leer stehende Haus schräg gegenüber der Zufahrt zum Sportgelände soll in einigen Wochen zur Zwangsversteigerung freigegeben werden. Hinter dem für die Einwohner ärgerlichen Leerstand steckt eine kuriose Geschichte. 

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Das baufällige Haus soll in einigen Wochen zwangsversteigert werden.

Quelle: gus

ALGESDORF. Seit mindestens zehn Jahren schon steht das Haus an der Ortsdurchfahrt leer, schätzt Bürgermeister Ralf Sassmann. Und seither ist es dem Verfall preisgegeben. Schon längst fehlen mehrere Fenster, andere Scheiben sind kaputt, der Putz fällt von der Fassade, und Teile des Dachs sind abgebrochen. Da prinzipiell jeder problemlos in das Gebäude eindringen könnte, hat die Gemeinde einen Bauzaun aufstellen lassen, um einerseits zu verhindern, dass in dem Haus beispielsweise Kinder zu Schaden kommen, und andererseits, um das fremde Eigentum zu schützen.

 Stichwort Eigentum: Das Haus gehörte einem aus dem Ausland stammenden Bürger, der allerdings vor einigen Jahren verstarb. Seither sind die Behörden auf der Suche nach möglichen Erben. Denn an diese könnte der Besitz ja eigentlich übergehen, wenn sie das Erbe nicht ausschlagen. Daher nahm das Amtsgericht Stadthagen Kontakt zu den öffentlichen Stellen des Heimatlandes des Verstorbenen auf.

 Der Mann stammte aus Osteuropa, genaueres lassen die beteiligten Ämter nicht durchblicken. Nur so viel: Die dortige Landessprache beherrscht keine der hier involvierten Personen. Entsprechend schwierig gestaltete sich die Suche. Da außerdem Fristen einzuhalten waren, tat sich an dem Schandfleck, der sich entwickelt hatte, lange Zeit nichts. „Nach außen sieht so etwas natürlich immer nach Untätigkeit aus“, erklärt Stadtdirektor Georg Hudalla, der auch durchaus Verständnis für die Ungeduld in Algesdorf zeigt.

Erhebliche Kosten entstanden

Zweimal fragte Erhard Steege (CDU) im Rat nach, wie der Sachstand zu der Immobilie ist. Einmal im vergangenen November – seinerzeit erklärte Hudalla, es komme Bewegung in die Angelegenheit, allerdings mochte er damals zu dem noch laufenden Verfahren keine Details preisgeben. In dieser Woche wiederholte Steege seine Anfrage, und Hudalla gab bekannt, dass es jetzt zum Abschluss des Verfahrens gekommen ist. Das Amtsgericht habe zudem erklärt, dass ein Termin für die Zwangsversteigerung angesetzt werden soll. Einen Termin für die Auktion gibt es laut dem Amtsgericht noch nicht.

 Im Falle einer Veräußerung des Grundstückes samt dem Fachwerkhaus mit Anbau hofft die Gemeinde darauf, dass es abgerissen wird. Der Erlös, der nicht sonderlich hoch ausfallen dürfte, fiele der Staatskasse zu. Doch den Behörden sind über die Jahre auch erhebliche Kosten entstanden. Dass sich jemand findet, der das Haus ersteigern möchte, ist jedoch noch keineswegs sicher. Denn das in der Kurve gelegene Gebäude füllt beinahe das gesamte Grundstück aus. Die Fläche als solche ist also nicht übermäßig attraktiv, sollte jemand darauf bauen wollen. Dennoch gibt es nach Informationen dieser Zeitung mindestens einen Interessenten. gus

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