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Kirche soll sich öffnen

Vortrag über die Zukunft der Kirche von Arend de Vries Kirche soll sich öffnen

Kirche muss sich öffnen, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Dies hat der stellvertretende Präsident der hannoverschen Landeskirche, Arend de Vries, am Montagabend im St.-Jacobi-Gemeindehaus betont.

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Rodenberg. Kirche muss sparen, verliert an Bedeutung und an Mitgliedern – Gründe gebe es genug, um Schwarzmalerei zu betreiben, gestand de Vries ein. Doch das sei genauso wenig angebracht, wie rosa Wolken zu malen. Diejenigen, die aktiv Kirche gestalten, haben es de Vries zufolge in der Hand, die Weichen in den Gemeinden auf Richtung Zukunft zu stellen.

 Bis ins 19. Jahrhundert habe sich das Gemeindeleben noch vollständig in der Kirche abgespielt. Heute teile sich dies auf: In der Kirche werden Gottesdienste und andere rein geistliche Veranstaltungen abgehalten. Im Gemeindehaus ist der geselligere Teil verortet – von der Chorprobe über die Kindergruppe bis zum Gesprächskreis. „Das Angebot an Gruppen und Kreisen bindet Mitglieder“, so de Vries. Dennoch: Von ihren Mitgliedern erreiche Kirche meist nur einen Bruchteil.

 Der Rest sei lediglich mit „Events“ zu locken. Oft suchten Menschen auch zu bestimmten Zeiten und Anlässen, meist in Krisen, die Nähe zur Kirche. Spezielle Themen könnten ebenfalls zusätzliches Interesse wecken. Aktuelles Beispiel: die Flüchtlingshilfe.

 De Vries plädierte für einen Perspektivwechsel. Entscheidend für die Zukunft der Kirche werde nicht das Aufrechterhalten des Bestehenden sein, sondern das Maß, in dem die Erwartungshaltung der Mitglieder bedient wird – immer allerdings mit dem Ziel, das Evangelium zu den Menschen zu bringen. Denn die innere Botschaft, wegen der es die Kirche überhaupt gebe, sei der Inhalt der Bibel.

 Grundsätzlich sei eine Öffnung nötig. Jede Gemeinde solle sich fragen, wie viele ihrer Veranstaltungen wirklich an den Bedürfnissen der Mitglieder orientiert sind. Neue Besucher im Gemeindehaus und in der Kirche dürften nie das Gefühl haben, einen „closed Shop“ (geschlossener Laden) zu betreten. Es wäre beispielsweise keine schlechte Idee, im Gemeindebrief auf Englisch und Arabisch über die Gemeindearbeit zu informieren, um die vielen Flüchtlinge anzusprechen. Gerade ein Anlass wie die 975-Jahrfeier in St. Jacobi biete Gelegenheit, sich auszumalen, wo die Kirchengemeinde in zehn Jahren stehen soll.

 Für Montag, 5. Oktober, ab 19.30 Uhr ist ein weiterer Vortrag zum Thema Kirchenzukunft im Gemeindehaus geplant. gus

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