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Lebensgefahr durch Vogelnester

Schornsteinfeger rufen Lebensgefahr durch Vogelnester

Wer Dohlen auf seinem Dach sieht, sollte besser den Schornsteinfeger rufen. Die Vögel bauen nämlich gerne Nester im Schornstein, verstopfen diesen und werden damit zur Lebensgefahr für die Hausbewohner. Einen solchen Fall gab es kürzlich in Rodenberg. Die Bewohner sind mit dem Schrecken davongekommen.

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Vorsicht: Dohlen nisten gerne im Schornstein.

Quelle: Nabu/Büscher

Rodenberg. Die Eigentümer des Hauses am Bassenbrink sind zunächst von einem Wasserschaden ausgegangen, weil sich im Badezimmer die Feuchtigkeit gesammelt hatte. Wie sich später herausstellte, lag das aber an den Abgasen, die nicht über den Schornstein austreten konnten. Das im Gas enthaltene Wasser kondensierte im Badezimmer und überall bildeten sich kleine Tröpfchen.

 Schornsteinfeger Sebastian Klein fand ein Dohlennest im Schornstein des Hauses. Drei Stunden hat es gedauert, das Nest aus dem Schornstein zu bekommen. Etwa eine Schubkarrenladung Äste haben die Vögel in den Schornstein fallen lassen, womit sie diesen komplett abdichteten. Zu sehen ist das in der Regel nur, wenn man vom Dach aus in den Schornstein schaut. Für die Bewohner bestand in diesem Fall definitiv Lebensgefahr: Hätte jemand gebadet oder geduscht, wären die Abgaswerte im Badezimmer dramatisch angestiegen, erklärte Bezirksschornsteinfegermeister Uwe Schröder. Die Kohlenmonoxid-Vergiftung hätte erst zu einer Bewusstlosigkeit durch den akuten Sauerstoffmangel und dann zum Ersticken geführt – oder in der Badewanne zum Ertrinken.

 Wenige Wochen zuvor war Klein erst zur jährlichen Kontrolle vor Ort gewesen. Von einem Vogelnest war nichts zu sehen. Nun wurde ein Gitter eingebaut. „Ohne ein Schutzgitter nisten sich die Vögel innerhalb von zwei Wochen wieder ein“, erklärte Klein. So suchen sich die Tiere einen neuen Nistplatz im Umkreis von 200 bis 300 Metern.

Schornsteinfeger mahnen zur Vorsicht

Vor einigen Jahren waren Dohlen in diesen Gefilden kaum verbreitet. Nun nimmt die Population zu. Die Schornsteinfeger mahnen deshalb zur Vorsicht: Gerade jetzt zur Brutzeit sollte man achtsam sein und ab und zu einen Blick aufs Dach werfen. Etwa vier ähnlich geartete Fälle pro Jahr treten laut Schröder im Kehrbezirk Rodenberg und Bad Nenndorf auf. Gefährlich wird es natürlich nur, wenn der Schornstein auch in Betrieb ist – sprich: bei einer Gasheizung oder einer Feuerstätte. Insbesondere bei einer Gasheizung merken Bewohner meist nicht, wenn die Abgase nicht abziehen. Kohlenmonoxid ist farb-, geruch- und geschmacklos – und deshalb umso gefährlicher. Ölheizungen sind in der Regel weniger gefährlich, weil sie bei Abgasrückstau eine Störung anzeigen und dann keine Abgase austreten.

  Dohlen stehen unter Naturschutz. Wer seinen Schornstein nicht nutzt, kann ihn also den Tieren überlassen. Damit tut man wohl auch seinen Nachbarn einen Gefallen, falls diese ihren Schornstein aktiv nutzen. göt

Die Dohle

Die Dohle ist eine Singvogelart aus der Familie der Rabenvögel. Hervorstechende Merkmale sind ihr schwarz-graues Gefieder, der stämmige Schnabel und die hellblauen Augen. Beheimatet ist die Dohle zwischen dem Atlasgebirge über Europa bis zum Baikalsee. Sie lebt in Habitaten mit Baumbestand, in Felsen und alten Gebäuden. Der Vogel ernährt sich von Samen und Insekten, bei Gelegenheit frisst er aber auch Aas oder menschlichen Abfall. göt

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