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Lieber zwei Kleine als einen Riesen?

Discounter-Diskussion in Rodenberg Lieber zwei Kleine als einen Riesen?

Die Themen Discounter und Innenstadtentwicklung haben die Mitgliederversammlung des Gewerbevereins Rodenberg (GVR) geprägt. Offenbar gibt es nicht mehr nur die Maxime „Discounter um jeden Preis“.

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Der WEZ-Markt am Amtsplatz ist für Rodenberg von zentraler Bedeutung.

Quelle: gus

Rodenberg. „Nicht viel Neues“ hatte Stadtdirektor Georg Hudalla dem GVR zum Thema Aldi zu berichten. Es werde wohl in den kommenden Wochen die eine oder andere Entwicklung geben, doch spruchreif sei derzeit noch nichts. Der aktuelle Sachstand sei auch der, der „in der Zeitung“ gestanden habe.

 Zum Thema Wirtschaftsförderung spannte Hudalla einen weiten Bogen. Dieser Bereich sei nicht als abgekapselt von anderen Aspekten zu begreifen. Attraktive Gewerbegebiete und attraktives Wohnen gehörten für eine Kommune zusammen, ebenso wichtig sei starker Einzelhandel im Ortskern. Zweifellos wichtig ist Hudalla zufolge aber auch ein Discounter wie Aldi zusätzlich zu einem Vollversorger wie WEZ. „Und da sind wir schon beim Thema“, sagte der Stadtdirektor.

 Verwunderlich mute an, dass die großen Lebensmittelmärkte gar nicht expandieren wollen, um ihr Sortiment zu vergrößern. Viel mehr verteilten die Geschäfte ihre Artikel nur auf einer größeren Fläche.

 Das Streben nach zunehmender Verkaufsfläche – auf eine Größe von 1400 Quadratmeter und mehr – stelle aber nicht nur Rodenberg vor Probleme. Auch in anderen Städten werde es vermehrt zu Situationen kommen, in denen die Wünsche einer großen Handelskette nicht mehr befriedigt werden können. Dann drohe auch dort das Abwandern von Aldi, Lidl und Co.

 Wie lang sich diese Entwicklung auch seitens der großen Ketten fortsetzen lasse, sei offen. Möglicherweise setze auch ein anderer Trend ein: Städte könnten sich für die Ansiedlung zweier Märkte auf einer Fläche von jeweils 700 Quadratmetern entscheiden anstatt für einen Riesen mit 1400 Quadratmetern. Und dann könnten auch die Discounter in die Röhre schauen. „First come, first serve“ laute die Devise. Rodenberg könnte also auch davon abrücken, unter Hochdruck eine Fläche für einen neuen Discounter zu suchen.

 Hudalla warb für ein Konzept, das die Frage beantwortet: „Wie sieht die Stadt der Zukunft aus?“ Matthias Schellhaus betonte, dass er für die Beauftragung eines Stadtplaners ist, der dieses Konzept entwirft.

 Die Lidl-Pläne der Nachbarstadt Bad Nenndorf sieht Hudalla nach wie vor gelassen. Er erwarte große raumordnerische Bedenken anderer Kommunen gegen die Ansiedlung eines Discounters und anderer Geschäfte bei Drei Steine, zumal solche Einzelhandelsgebiete nicht mehr dem Zeitgeist entsprächen.

 Zwar sei Bad Nenndorf Mittelzentrum, Rodenberg nur Grundzentrum mit weniger Versorgungsaufgaben, doch eine Realisierung der Bad Nenndorfer Pläne sei noch in weiter Ferne. gus

Runder Tisch für Eigentümer

Der GVR-Vorsitzende Günter Ebertz schlug in puncto Stadtentwicklung einen runden Tisch mit allen Eigentümern leer stehender Gewerbeimmobilien vor. Diese könnten ihre Angebote dann auf der Internetseite des GVR anbieten. Und der Vorstand könnte auf Grundlage von Angaben zu Größe und Mietpreis mögliche Interessenten an die Eigentümer verweisen. Kritik wurde seitens des GVR an den Mieten für manche Ladenlokale geäußert. gus

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