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Millioneninvestition in Rodenberg

Oppermann erweitert Betrieb + Interview Millioneninvestition in Rodenberg

Die Nachricht, dass die Druckerei Oppermann bis zu 30 Millionen Euro in den Ausbau ihres Standortes investieren will, hat kreisweit für ein positives Echo gesorgt. Landrat Jörg Farr (SPD) begrüßt nach eigenen Worten ausdrücklich „die Stärkung dieses Traditionsunternehmens und die Schaffung neuer Arbeitsplätze“.

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Rodenberg (mf). Als örtlich verwurzelte, renommierte Firma mit einer 111-jährigen Geschichte beschäftige Oppermann schon heute 170 Mitarbeiter, so Farr. Wenn 45 weitere Facharbeiter-Jobs hinzukämen, sei dies für die Region überaus erfreulich.
 Für Rodenbergs Bürgermeister Ralf Sassmann (WGR) ist die Nachricht wie ein Sechser im Lotto: „Mir ist ein Lächeln ins Gesicht gemeißelt“, sagte der Politiker gestern im Gespräch mit den SN. „Das ist fantastisch für unsere Stadt. Gerade im ländlichen Bereich ist eine solche Standortsicherung für die nächsten Jahre von größter Bedeutung. 45 neue Arbeitsplätze – das sind im Idealfall 45 Familien, die sich hier ansiedeln und zur Erhaltung der Infrastruktur beitragen – etwa von Schulen und Kindergärten“, so Sassmann. „Und wir freuen uns natürlich auch über höhere Steuereinnahmen.“
 IHK-Regionalchef Martin Wrede spricht von einer „sehr, sehr begrüßenswerten Entscheidung. Das hilft Rodenberg – und darüber hinaus dem gesamt Landkreis Schaumburg.“
 Mit der 25 bis 30 Millionen Euro teuren Investition will Oppermann die vorhandenen Rotationsanlagen im Rodenberger Gewerbegebiet erweitern. Ab 2017 sollen dort die „Hannoversche Allgemeine“ und die „Neue Presse“ aus der Madsack Mediengruppe, zu der auch die SN gehören, sowie die „Hildesheimer Allgemeine Zeitung“ gedruckt werden.
 „Wir arbeiten auf eigenes Risiko, sind lediglich Dienstleister“, betont André Schäffer, geschäftsführender Gesellschafter des Druckhauses (u s. Interview). Oppermann sei schon seit vielen Jahren Lohndruckpartner für Madsack. Insofern habe es nahe gelegen, diese Zusammenarbeit auszubauen, heißt es in Rodenberg.
 Die Madsack Mediengruppe will 2017 ihre eigene, veraltete Druckerei in Hannover-Kirchrode schließen. Eine Neuinvestition am bestehenden Standort sei wirtschaftlich nicht darstellbar, hatte die Konzerngeschäftsführung in dieser Woche mitgeteilt. Vor allem auch, weil man als Folge eines immer härter umkämpften Marktes, rückläufiger Auflagen und dem Wegfall von Fremdaufträgen mit Preisverfall und Überkapazitäten zu kämpfen habe. Die baulich veralteten Anlagen seien nach heutigen Maßstäben völlig überdimensioniert.
 Die Schließungsentscheidung sei dem Unternehmen sehr schwer gefallen, heißt es aus der Geschäftsführung. Man wolle mit den 170 betroffenen Mitarbeitern nun schnell über Lösungen verhandeln, um den unvermeidlichen Stellenabbau so sozial wie möglich zu gestalten. Denkbar ist offenbar, dass ein Teil der hannoverschen Belegschaft neue Jobs in Rodenberg findet.

+++Info+++

Info

Die Firma Oppermann Druck- und Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG ist seit 1904 in Familienbesitz
Damals gründete Friedrich Oppermann in Rodenberg eine Buchdruckerei mit angeschlossener Buch- und Schreibwarenhandlung. Heute führt André Schäffer als Ur-Enkel des Gründers das Unternehmen. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Oppermann Beteiligungsgesellschaft mbH, die sich im Besitz von André Schäffer und seiner Schwester Marion Nagel befindet. Die Firma beschäftigt eigenen Angaben zufolge rund 170 Mitarbeiter und ist seit 50 Jahren Mitglied im Verband Druck und Medien NordOst.

+++Interview mit Geschäftsführer AndréSchäffer+++

Herr Schäffer, Ministerpräsident Weil, der auch SPD-Landeschef ist, hat die Auftragsvergabe an Ihr Unternehmen kritisiert – mit der Begründung, Sie seien nicht tariftreu. Ist das so?
Tatsache ist, dass wir seit 2014 nicht mehr tarifgebunden sind. In unserer langen Firmengeschichte haben wir im vergangenen Jahr erstmals eine Tariferhöhung nicht mitgemacht. Die Belegschaft wird jedoch weiter auf Basis der bisherigen Löhne und Gehälter sehr fair bezahlt. Alle Mitarbeiter bekommen zudem die in der Druckindustrie tarifüblichen Schichtzulagen, Antrittsgelder, Sonn- und Feiertagszuschläge sowie Urlaubsgeld und Jahresleistung. Bei den Facharbeitern übertreffen wir sogar die tariflichen Mindestforderungen.
Wie sehr trifft Sie die Kritik persönlich?
Es ist völlig legitim, dass sich Herr Weil dazu geäußert hat. Andererseits wollen wir solche Vorwürfe nicht auf uns sitzen lassen. Wir haben den Ministerpräsidenten deshalb sofort zu uns nach Rodenberg eingeladen, gemeinsam mit unserem siebenköpfigen Betriebsrat, der übrigen Belegschaft und der Geschäftsführung zu diskutieren. Dabei darf er sich dann auch gern persönlich davon überzeugen, dass meine Angaben stimmen. Wir hätten nichts gegen eine Überprüfung einzuwenden.
Für Schaumburg ist der millionenschwere Ausbau Ihrer Druckerei, verbunden mit dem Schaffen neuer Arbeitsplätze, eine wichtige Standortentscheidung…
Gerade deshalb sind wir von der Reaktion aus der Staatskanzlei auch so enttäuscht. Mann muss es mal deutlich sagen: Niedersachsen endet nicht an den Stadtgrenzen von Hannover, wir in der Region fühlen uns ebenfalls als Landeskinder und arbeiten verantwortungsvoll zum Wohle unserer niedersächsischen Heimat.

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