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Ökopunkte für Kirche gefordert

Renaturierung der Aue auf 315 Metern Ökopunkte für Kirche gefordert

Im Stadtgebiet von Rodenberg sollen weitere Renaturierungsmaßnahmen an der Rodenberger Aue vorgenommen werden. Zielbereich ist ein 315 Meter langer Abschnitt im Bereich Allee/Masch. Die Pläne des Landes stoßen nicht nur auf Jubel.

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Unnatürlich wirkt sie zwar nicht, dennoch soll die Aue in diesem Abschnitt ökologisch aufgewertet werden.

Quelle: gus

Rodenberg. An der Aue sollen Begradigungen teilweise revidiert werden, außerdem sind Kiesflächen und Totholz-Konstrukte geplant. Insgesamt werden 2000 Kubikmeter Boden abgetragen. Unter anderem entsteht somit eine „Sekundäraue“ als Kleingewässer neben dem eigentlichen Flusslauf. Für die Umsetzung der Pläne muss die Stadt Grundstücke von zwei Eigentümern übernehmen. „Ich begrüße ausdrücklich, dass die evangelische Kirchengemeinde bereit ist, eine solche Maßnahme mit einem Grundstückstausch zu unterstützen“, sagte Jörg Döpke auf Nachfrage Erhard Steeges (CDU).

Steege erkundigte sich auch nach dem Zweck der Arbeiten. Er vertrat die Meinung, dass kaum jemand etwas von den Arbeiten habe. Döpke hatte den Sinn der Renaturierung aber mit einer Steigerung der Wasserqualität begründet. In der Samtgemeinde Nenndorf seien bereits ähnliche Projekte umgesetzt worden. Auch Uwe Märtens (SPD) widersprach Steege: Aus Gründen des Naturschutzes sei die Renaturierung zu begrüßen. Gerhard Hurek warb nach der Sitzung ebenfalls für die Renaturierung.

Die Kosten trägt zu 90 Prozent das Land Niedersachsen, zu zehn Prozent der Landkreis. Die Stadt ist für die Grundstücksverhandlungen zuständig. Die Umsetzung der Pläne leitet federführend die Wasserbehörde des Landkreises. Die Pflege der Gewässerflächen wird anschließend in die Hände des Unterhaltungsverbandes gelegt.

Die Stadt hat außer dem nötigen Flächentausch also keine Verpflichtungen. Sie erhält sogar Ökopunkte für die Renaturierung, die sie beim Ausgleich für städtebauliche Maßnahmen verrechnen kann – beispielsweise wenn Neubaugebiete ausgewiesen werden, um der zusätzlichen Bodenversiegelung etwas entgegenzusetzen.

Dies nahm Landwirt Jürgen Wulf zum Anlass für einen kritischen Denkanstoß. Es gehe im zwar nicht darum, die Renaturierung zu verhindern, doch dass die Stadt dafür belohnt wird, dass die Kirche bereit ist, eigene Flächen gegen andere zu tauschen, fand Wulf kurios. Er forderte Ökopunkte für die Kirche. Wulf ist Pächter der Fläche, die zugunsten der Renaturierung beschnitten wird. In der St.-Jacobi-Gemeinde engagiert sich der Landwirt ehrenamtlich. gus

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