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Rodenberg Ohne Vorteil keine Knete
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Ohne Vorteil keine Knete
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00:17 17.06.2017
Die B442 soll ab Grover Grenze künftig nahezu in gerader Linie auf Bad Nenndorf zusteuern. Quelle: gus
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Rodenberg

Dagegen bekommt Rodenberg einen ähnlichen Dienst kostenlos. Schmidt meinte damit das Abrücken der Bundesstraße 442 weg vom Baugebiet Grover Grenze. So ist es nämlich geplant: Dort, wo der Feldweg hoch zum Modellflugplatz abzweigt, soll die B442 nach den aktuellen Ausbauentwürfen fast in gerader Linie weiter auf Bad Nenndorf zu laufen und in etwa nach der Hälfte der Strecke über zwei Kreisel und zwei Auffahrten an die B65 angeschlossen werden.

Wer nach Stadthagen will, muss den ersten Kreisel durchfahren, dann unter einer Brücke hindurch und über den zweiten Kreisel auf die B65 steuern. Wer nach Hannover möchte, nimmt gleich den ersten Kreisel. Mit Ziel Bad Nenndorf steuern die Autofahrer über die beiden Kreisel direkt auf den alten Knotenpunkt Drei Steine zu.

Schmidt wertete die damit verbundene Aufhebung des größten Teils der B442-Strecke entlang dem Wohngebiet Grover Grenze als eine Art Luxusdienstleistung. „Warum sollen wir für etwas bezahlen, das Rodenberg für lau bekommt?“, fragte Schmidt. Die stellvertretende Leiterin der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Ute Weiner-Kohl, entgegnete, dass der Planungsschritt bezüglich der B442 erst durch Bad Nenndorfs Wunsch nach einem Abrücken der B65 entstanden ist.

Bund entschied sich für Aufhebung des Knotenpunktes

Das wollte aber Bernd Zimmermann (WGN) nicht gelten lassen. Er arbeitete heraus, dass in den ersten Planungsvarianten noch keine Rede davon gewesen war, die beiden Bundesstraßen in der jetzigen Feldmark miteinander zu verknüpfen. Dies gab Weiner-Kohl unumwunden zu. Doch der Bund habe sich im Laufe der Planungen dazu entschieden, den jetzigen Knotenpunkt der B442 mit der K53 aufzuheben. Die K53 würde also künftig als reine Kreisstraße nach Drei Steine führen. Derzeit befinden sich beide Straßen auf derselben Trasse.

Schmidt wollte seinen Vorstoß nicht als Affront gegen Rodenberg verstanden wissen. Doch der Umkehrschluss dürfte auch kaum sein, dass die Planer wegen der fehlenden Rodenberger Beteiligung nun auch der Stadt Bad Nenndorf den finanziellen Beitrag erlassen.

Rodenbergs Stadtdirektor, Georg Hudalla, bewertet den Exkurs seines Bad Nenndorfer Pendants gelassen. „Ich kann mit der jetzigen Straßenführung gut leben. Warum sollten wir für eine zunehmende Lärmbelästigung bezahlen?“, spricht Hudalla die auf Nenndorfer Betreiben vielleicht näher rückende B65 an. Der Ausbau nach den jetzigen Plänen bringe Rodenberg keinerlei Vorteile, sondern vor allem Nachteile. gus

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