Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Planer wird kein Volksbank-Bremser

Innenstadtentwicklung Rodenberg Planer wird kein Volksbank-Bremser

Ein Stadtplaner soll sich der Innenstadtentwicklung Rodenbergs annehmen. Der Bauausschuss votierte für einen entsprechenden CDU-Antrag. Aber: Die Kosten sind zuerst zu ermitteln, und auf die Volksbank-Pläne (wir berichteten) hat dies keinen Einfluss.

Voriger Artikel
Töpfe leer
Nächster Artikel
Apelern: Bulli aus Kürbis
Quelle: Archiv

RODENBERG. Die CDU ließ ihren Antrag von Ralf Schubart erläutern. Dieser begründete den Wunsch nach einem Gesamtkonzept für die Innenstadt unter anderem damit, dass auch dem WEZ-Markt potenzielle Erweiterungsmöglichkeiten zu bieten sind, wolle die Stadt im Falle eines Expansionswunsches das Abwandern dieses Versorgers verhindern. Dies hatte nämlich bei Aldi nicht geklappt.

Es gelte herauszuarbeiten, was die Ziele der Stadt sind. Und zwar, bevor bereits ein größeres Projekt wie das der Volksbank beschlossen ist. Ein Ziel könne sein, den Amtsplatz um eine Gastronomie samt Außenbereich zu bereichern, damit das Areal auch nach Ladenschluss noch Betrieb hat. Post und Volksbank könnten in einem Gebäude angesiedelt werden, um einen zentralen Anlaufpunkt zu schaffen.

Erhard Steege (CDU) bezeichnete es als „armselig“, wenn die Stadt nur einem Investor nachlaufe. Stadtdirektor Georg Hudalla entgegnete, es sei schwierig für die Verwaltung, zielstrebig zu arbeiten, wenn die Politik widersprüchlich agiere. 2011 habe die CDU zugesagt, sich um einen Stadtplaner zu kümmern, es sei aber fünf Jahre lang nichts passiert. Die Verwaltung habe 2014 das Heft des Handelns in die Hand genommen – das Ergebnis sei die Planung der Volksbank.

Gerd Grädener (WGR) konnte sich mit dem Vorstoß der CDU anfreunden. Doch er sieht diesen nicht als Gegenargument zur Volksbankplanung. Dieses Projekt könne trotzdem weiter vorangetrieben werden, zumal das Unternehmen Millionen investieren und barrierefreien Wohnraum schaffen möchte. Grädener gab jedoch zu bedenken, dass das Innenstadtkonzept die Stadt viel Geld kosten dürfte.

Kostenfrage steht im Raum

Hans-Dieter Brand (SPD) erinnerte daran, dass die Politik jetzt erstmals über dieses Thema diskutiert. Er plädierte dafür, die Bevölkerung bei der Innenstadtentwicklung mitzunehmen – auch beim Erstellen des Gesamtkonzeptes. Dass das Volksbankvorhaben die Innenstadt in Gänze beleben würde, bezweifelte der SPD-Sprecher. Die Kostenfrage hielt Brand für zweitrangig. Doch Grädener blieb hartnäckig: Er wolle zunächst wissen, zu welchem Preis die Stadt das Konzept bekommen kann. Bei anderen Projekten werde auch nichts beschlossen, ehe die Kosten geklärt sind. Daher solle die Verwaltung zunächst Honorarhöhen ermitteln. Auch Anja Niedenzu (SPD) sprach sich dafür aus, den Investor Volksbank nicht zu stoppen. Sie sei für einen Stadtplaner – hinter der Volksbank könne aber trotzdem etwas Neues entstehen.

De Rooij hielt die Frage nach den Kosten für legitim. Zum Engagement eines Planers herrsche im Ausschuss Konsens. Und die Volksbank-Planung könne die Stadt ohnehin nicht stoppen – lediglich den Durchführungsvertrag, sodass die Kommune sich nicht verpflichtet, dem Geldinstitut grünes Licht geben zu müssen. Der Beschluss lautete somit, dass die Verwaltung Angebote möglicher Stadtplaner einholt. gus

factbox

Stadtinteressen contra Bankinteressen

Erstmals ist in einem politischen Gremium mehr oder weniger offen die Möglichkeit eines Abwandern der Volksbank aus dem Zentrum erwägt worden. Die Frage, ob deren Verbleib im Rodenberger Zentrum alternativlos ist, sei der Frage unterzuordnen, was die Stadt braucht, sagte beispielsweise Ralf Schubart (CDU). Und als Anja Niedenzu das Engagement des Geldinstituts lobte, hielt ihr Parteikollege Hans-Dieter Brand dagegen: „Ich bete nicht nach Mekka, nur weil da ein Investor kommt.“

Zwar gilt allgemein, dass die Volksbank ein Frequenzbringer am Amtsplatz ist. Doch mit den Bemühungen um eine Neugestaltung des Areals, die unter Stadtdirektor Georg Hudalla begannen, keimte die Hoffnung auf, dass die Bank ihre Filiale abreißen und an anderer Stelle wieder aufbauen würde. Dann würde der Platz deutlich vergrößert und ließe jede Menge Planungsvarianten zu. Mit dem eigenen Konzept hat die Volksbank solche Gedankenspiele vorerst beendet. gus

 

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg