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Präventionsrat plant „Café International“

Integration von Asylbewerbern Präventionsrat plant „Café International“

Der gesellschaftliche Wandel spiegelt sich auch in der Struktur des Präventionsrates Nenndorf-Rodenberg wieder. Zwei Arbeitskreise gibt es jetzt in dem Gremium: Den Arbeitskreis Flüchtlinge und den Arbeitskreis Weltkindertag. Beim Treffen in dieser Woche stand das Thema Flüchtlinge im Vordergrund.

Nenndorf/Rodenberg. Ein Ziel der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer ist es, die Asylbewerber besser in das Alltagsleben zu integrieren. Dabei reichen die Sprachkurse nicht aus, erklärte Vera Winkler. Es falle aber schwer, die Angebote zu erweitern. Ein Instrument kommt ab April hinzu: Dann soll es erstmals ein „Café International“ geben. Dabei treffen sich Helfer und Flüchtlinge zum Kaffeeklatsch, die Termine sollen alle 14 Tage sein, wechselweise im Mehrgenerationenhaus Bad Nenndorf und im Backhaus Aktiv in Rodenberg.
Eine Idee ist, die Flüchtlinge bei Veranstaltungen wie dem Moorwannenrennen (siehe Bericht) teilnehmen zu lassen. Beim „Stricken gegen Rechts“ sollen ebenfalls verstärkt Flüchtlingsfrauen mitmachen. Tina Böhm wünschte sich mehr Paten für die Flüchtlinge. Besonders schwierig ist die Situation bei Jugendlichen und Kindern – diese verfügten kaum über soziale Kontakte außerhalb ihrer Familien. Dennis Grages schlug vor, die jüngeren Zuwanderer bei den Ferienspaßaktionen im Sommer zu integrieren. Auch das Jugendzentrum könne ein Anlaufpunkt sein.
Problematisch ist nach Darstellung Thomas Winklers, dass die Flüchtlinge nach aktuellem Stand überhaupt nicht haftpflichtversichert sind. Die Arbeiterwohlfahrt hat laut Böhm zwar zugesagt, bei eigenen Aktionen für Schäden aufzukommen, wenn beispielsweise eine Kaffeetasse zu Bruch geht. Doch wie es bei größeren Schäden aussieht, blieb offen. Vor diesem Hintergrund sei es unnötig, über den Versicherungsschutz der ehrenamtlichen Helfer zu diskutieren. Diese hätten meist eine Haftpflichtversicherung. Ingo Heuser, Mitarbeiter der Rodenberger Verwaltung, sprach allerdings auch die Frage nach der Unfallversicherung an. Dabei seien ehrenamtliche Helfer über die Kommunen versichert. Passiere beispielsweise beim Montieren an einem Fahrrad für Flüchtlinge ein Unfall, müsse diese Tätigkeit entsprechend in der Unfallanzeige erläutert werden.
Die Aktion anlässlich des Weltkindertags, die zuletzt das zentrale Projekt des Präventionsrates gewesen war, soll wieder unter einem festen Motto stehen. Eine Formulierung wurde aber noch nicht gewählt. Moran Dzang, Leiter des Jugendzentrums, regte an, erneut das Thema Gewalt in den Fokus zu rücken. Weil der Tag auf einen Sonntag (20. September) fällt, plant der Präventionsrat seine Veranstaltung für den darauffolgenden Montag, da wieder Kindergärten und Schulen mitwirken sollen. gus

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Arglosem Flüchtling das Rad gestohlen

Fahrräder für die Flüchtlinge sind bereits in Arbeit. Ein ehrenamtlicher Monteur überholt die ersten vom Bad Nenndorfer Fundbüro bereitgestellten Drahtesel, er berechnet lediglich die Materialkosten. In der kommenden Woche sollen die ersten Räder an Asylsuchende übergeben werden. Tina Böhm betonte, den Neubürgern sollte erklärt werden, dass sie die Räder anschließen müssen. Einem sei der Drahtesel bereits gestohlen worden, weil er davon ausgegangen war, dass in Deutschland keine Fahrräder geklaut werden. gus

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