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Praxis leer – Mutter wartet

Panne beim Bereitschaftsdienst Praxis leer – Mutter wartet

Obwohl sie pünktlich zur Bereitschaftspraxis in Rodenberg geeilt war, musste eine Lindhorsterin dort fast eine Stunde warten, ehe ihr kranker Sohn behandelt wurde.

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Quelle: Symbolfoto

Rodenberg. Die Praxis war trotz gegenteiliger Ankündigung nicht besetzt. Die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) prüft den Fall jetzt.

Gegen 16.45 Uhr hatte Karin S. die Rufnummer 116117 des hausärztlichen Notdienstes angerufen, weil ihr 18 Monate alter Sohn 40,2 Grad Fieber hatte. Sie sollte mit dem Kind entweder bis etwa 19.30 Uhr zu Hause warten oder zu der Praxis nach Rodenberg fahren, wurde ihr gesagt.

Dort sei ab 17 Uhr ein Arzt zugegen. „Ich habe mich dann entschieden, mit meinen Eltern und meinen Sohn nach Rodenberg zu fahren, um zirka 17.20 Uhr waren wir da“, erinnert sich Karin S. Dort erlebte sie eine Überraschung: Ein anderer Patient sagte, dass kein Arzt vor Ort sei und er bereits seit einer Stunde warte.

„Also rief ich noch mal bei der 116117 an, ein Mann verstand meine Situation sofort und erkundigte sich, wo der Arzt ist“, sagt Karin S. Binnen weniger Minuten erhielt die besorgte Mutter die Zusage, dass der Arzt gegen 17.35 Uhr in Rodenberg eintreffe. Um 17.50 Uhr versuchte es die Lindhorsterin erneut bei der Notdienst-Nummer, weil noch immer kein Arzt in der Praxis arbeitete und ihr Sohn immer lauter weinte.

Doch Hilfe erhielt S. nicht, stattdessen sei sie unfreundlich abgewürgt worden. „Nach dem Telefonat rief ich die 112 an und erklärte meine Situation“, so Karin S. Aus der benachbarten Rettungswache wurde kurzerhand ein Sanitäter geschickt, der noch einmal versuchte, einen Arzt zu kontaktieren.

Nach weiteren zehn Minuten bangen Wartens kam der Arzt – es war 18.15 Uhr. Der Mediziner untersuchte den Sohn der Lindhorsterin nach deren Schätzung etwa zwei Minuten lang und stellte ein Rezept aus. Als Antwort auf die Frage, warum der Mediziner so spät in die Praxis gekommen sei, habe dieser geantwortet, dass er zuerst einen Privatpatienten zu behandeln hatte.

Die KVN fällte zu dem Vorgang auf Anfrage noch kein abschließendes Urteil. „Wir nehmen die Aussage als eine Patientenbeschwerde auf, der die KVN-Bezirksstelle Hannover im Rahmen ihrer Aufsichtstätigkeit nachgehen wird“, schreibt Pressesprecher Uwe Köster in einer Stellungnahme. Er verweist zudem darauf, dass die Praxis in Rodenberg nicht ständig besetzt ist. „Der diensthabende Arzt befand sich im Fahrdienst und war von der Patientenversorgung in Anspruch genommen“, schreibt Köster.

Eine Einbestellung in die Praxis zu einer bestimmten Uhrzeit schließe eine gewisse Toleranz mit ein, da sich die Behandlungsdauer der Fälle im Fahrdienst nicht auf die Minute vorhersagen lasse. „Ob diese Toleranzgrenze hier überschritten wurde, muss im Nachgang durch die Gespräche mit den Beteiligten geklärt werden“, so Köster.  Immerhin: Dem Sohn von Karin S. ging es nach ein paar Tagen wieder besser. gus

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