Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Rodenberg verliert ein Original

Rodenberg / Geschäftsleben Rodenberg verliert ein Original

Die Stadt Rodenberg verliert ein echtes Unikat: Die Bäckerei Reese hat ihre Türen für immer geschlossen. Es war der letzte alteingesessene Bäckereibetrieb der Deisterstadt.

Voriger Artikel
Feier zu Napoleons Wiegenfest
Nächster Artikel
Spannung in „Krake“ und „Wing Coaster“

Nur die goldene Brezel bleibt: Der Familienbetrieb Bäckerei Reese hat seine Türen für immer geschlossen.

Quelle: gus

Von Guido Scholl Rodenberg. Das erste Anzeichen der Schließung gab es Mitte Juli, als ein Aushang im Schaufenster verkündete, die Bäckerei bleibe vorübergehend geschlossen. Vor rund einer Woche verschwand das Blatt Papier, auch die bisherigen Öffnungszeiten des Geschäfts sind seither nicht mehr zu lesen – der Betrieb wurde zum 8. August beim Ordnungsamt abgemeldet, bestätigte Niels Reese auf Anfrage dieser Zeitung.

 Zu den Gründen möchte dieser nicht detailliert Stellung nehmen, er kritisiert allerdings grundsätzlich die Stadtentwicklung der vergangenen Jahre. Im Juli ist eine Mitarbeiterin längerfristig ausgefallen. Anfang August ereignete sich eine Explosion, bei der der Ofen havarierte (wir berichteten). Da entschied sich Niels Reese zur Schließung. Er dankt allen Kunden, die dem Betrieb jahrelang treu geblieben sind.

 Damit vollziehen die Betreiber einen Schritt, der in Rodenberg bereits seit einiger Zeit befürchtet worden war. Im Gewerbeverein wird der Schritt ebenso bedauert wie bei der Kundschaft. Bäcker Reese habe bis zuletzt ohne Zusatzstoffe gebacken – ganz anders als das Gros der Konkurrenz. Von einem echten „Nischen-Bäcker“, von einem „Original“ ist die Rede.

 Das kleine Geschäft gegenüber der Julius-Rodenberg-Schule hat allerdings nicht erst seit gestern große Konkurrenz. Bis vor fünf Jahren war Reese der einzige in Rodenberg selbst backende Bäckereibetrieb gewesen. Mit der Pohler Bäckerei Stummeyer und Schäfer waren Filialen einer kleinen und einer großen Kette an der Langen Straße und am Amtsplatz ansässig.

 Weitere Konkurrenz hatte dem Familienunternehmen zudem eine Schnellbäckerei am Amtsplatz gemacht, die mittlerweile aber schon wieder verschwunden ist und auch eher die Klientel anzog, die sonst im Supermarkt-Backshop zugreift.

 Im September 2009 zog die Holzofenbäckerei Strietzel an den Grünen Baum – ein weiterer Betrieb, der auf Handarbeit vor Ort setzt. In dem modernen Ladenlokal fanden die Kunden zudem eine größere Auswahl, als sie die kleine Bäckerei an der Langen Straße bereitstellen konnte. Beobachter vermuten, dass dies viele Reese-Kunden zum Grünen Baum gelockt hat. Obwohl eingefleischte Stammkunden weiterhin auf die Reese-Brötchen schworen. Diese unterschieden sich nicht nur geschmacklich, auch in der Größe deutlich vom Rest: Reese buk ganz bewusst kleinere Brötchen.

 Nun verliert Rodenberg – den Schnellbackshop einbezogen –binnen weniger Monate seine zweite Bäckerei, wenn auch die Reese-Schließung die Gemüter weitaus stärker berührt. Nicht wenige Rodenberger dürften sich noch an die eigene Grundschulzeit erinnern, als es zwar verboten war, über die Straße zu Reese zu gehen, um Naschwerk zu kaufen, sich aber kaum jemand daran hielt. Und sie werden die kleinen Brötchen vermissen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg