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Rodenberg Zweifel an der Nummer eins
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Zweifel an der Nummer eins
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00:16 27.05.2016
Uwe Märtens (von links), Anja Niedenzu, Henning Kommerein. Quelle: gus
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Hinter Märtens auf Platz zwei folgte laut Vorstandsvorschlag Anja Niedenzu, die intern auch als Spitzenkandidatin gehandelt worden war. Brigitte von Jaminet fragte, ob die nun vorgeschlagene Reihenfolge bedeutet, dass Märtens auch Bürgermeisterkandidat wird. Märtens selbst wich aus, sagte, dass sich die SPD dazu zwar bald, aber noch nicht jetzt positionieren sollte.

Auch Hans-Dieter Brand wollte die Liste nicht als Richtschnur für die Bürgermeisterkandidatur verstanden wissen. Roland Kramer hielt es ebenfalls für verfrüht, über den Spitzenkandidaten zu diskutieren. Er ging aber davon aus, dass die Wähler es genau so verstehen dürften, wenn sie die Liste sehen: Märtens soll Bürgermeister werden. Und mit Märtens an der Spitze sah Kramer keine Chance für eine erfolgreiche Wahl, ganz egal, welche Inhalte die Partei zu transportieren versuche. Gründe für seine Ablehnung nannte der Ortsbrandmeister nicht.

Doch Märtens hatte den verbalen Wink verstanden. Er sei sich bewusst, dass seine Person durchaus kritisch gesehen werde. „Ich bin kein aalglatter Typ“, räumte Märtens ein. Und er baue auch nicht auf Mitgliedschaften in Vereinen, um sich möglichst mit allen gut zu stellen. Dennoch vertrat er die Ansicht, dass durchaus die gesamte Liste mit allen Kandidaten von Bedeutung ist, und nicht nur der Spitzenplatz.

Niedenzu lehnte eine Bürgermeisterkandidatur zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin ab, sodass sich keine ernsthafte Alternative ergab. Die vom Vorstand vorgelegte Liste wurde somit beschlossen, doch die Mitglieder verteilten ihre Stimmen einzeln auf die Kandidaten. Märtens erhielt zehn Ja-Stimmen, fünf Gegenstimmen und eine Enthaltung – dies war das schlechteste Ergebnis aller zwölf Bewerber. Niedenzu kam auf 15-mal Ja bei einer Enthaltung. „Ich hätte mir ein besseres Ergebnis gewünscht“, sagte Märtens im Anschluss. Er hoffe nun aber als Listenführer auf Unterstützung für die gesamte Wahlkampagne.

In der Deisterstadt hat Märtens abgesehen vom Widerstand gegen Rechts auch maßgeblich für das Verlegen von Gedenksteinen für Opfer des Nationalsozialismus gearbeitet. Doch seine Initiative gegen Rechtsextremismus hat er wegen geringer Resonanz aufgelöst und war aus der Flüchtlingsarbeit ausgestiegen, die er in Rodenberg eine zeitlang gemeinsam mit der WGR-Politikerin Tina Böhm koordiniert hatte. Außerdem trat er als Kassierer des Ortsvereins zurück.

Dies ist die weitere Reihenfolge der Kandidaten auf der Liste: Henning Kommerein, Catrin Döpke, Hans-Dieter Brand, Renate Volk, Felix Raubaum, Mattea Susann Meyer, Rüdiger Bouillon, Petra Raubaum, Konstantin Brand, Jacquelin Amsel.

Jörg Döpke, der stellvertretende Vorsitzende, räumte ein: „Wir haben uns nicht ganz leicht getan.“ Doch er blickte positiv auf den Urnengang, Sachthemen sollten im Wahlkampf im Vordergrund stehen. „Unsere Stärke ist unsere gute demokratische Stube“, so Döpke. Niedenzu sprach von einer gut besetzten Liste mit weiblichen und männlichen sowie jungen und erfahrenen Politikern.
Märtens warb bei der Versammlung auch für mehr Kandidaten aus der Stadt Rodenberg für die Samtgemeindeliste. Derzeit stehen aus der Deisterstadt nur fünf Bewerber bereit, als Zielwert nannte Märtens sieben bis acht Kandidaten. gus

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