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Runder Tisch zu „Südlink“

Erdkabel nicht das „Allheilmittel“ Runder Tisch zu „Südlink“

„Erdkabel sind nicht das Allheilmittel“: Diese Feststellung hat Volker Wendt vom Kabelhersteller „Europacable“ seinem Vortrag beim Runden Tisch zum Thema „Südlink“ gleich vorweggeschickt.

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Viele Lokalpolitiker verfolgen den Vortrag von Volker Wendt.

Quelle: kle

Nenndorf/Rodenberg. Wendt war der Einladung von Maik Beermann, CDU-Bundestagsabgeordneter, in die Bad Nenndorfer Wandelhalle gefolgt, um einen Einblick in einige technische Details zu gewähren. Speziell ging es dabei um die Debatte Erdkabel versus Überlandleitung.

Wendt sprach sich klar für eine Teilverkabelung aus. Das heißt: Die Freilandleitung sollte an den Stellen, wo es sinnvoll ist, durch Erdkabel ersetzt werden. Eine komplette Erdverkabelung hielt er dagegen für wenig sinnvoll – zumal diese auch nicht ohne Tücken sei.

Eine Erdkabeltrasse habe eine Breite meist von mehr als 20 Metern, in der Bauphase sogar von 40 Metern. „Die Kabel müssen mit 40-Tonnern über die Felder zur Baustelle gefahren“ und große Baugruben ausgehoben werden. Gerade für bewaldete Gebiete bilde das ein großes Problem. Äcker brauchen nach der Bauphase zudem eine Erholungszeit von bis zu einem Jahr.

Vorteile biete die Erdverkabelung dagegen vor allem in Hinsicht auf den Streckenverlauf, da eine Freilandleitung einige Gebiete weiträumig umgehen müsste, die eine Erdkabeltrasse auf direktem Weg durchqueren darf. Auch könne die elektromagnetische Strahlung eher abgeschirmt werden, wenn sie durch bewohnte Gebiete führen sollte.

Durchschnittlich alle 700 bis 1000 Meter, so Beermann, muss bei einer Erdkabeltrasse im Übrigen eine Muffe gesetzt werden. Diese allerdings, beruhigte Wendt, sei oberirdisch im Normalfall gar nicht mehr sichtbar – anders, als von Tennet berichtet –, sondern werde in den Boden eingelassen. Die Erdkabel selbst können sowohl in großen Tunneln, als auch in Rohren oder in Sandboden verlegt werden.

Dass das Verlegen von Erdkabeln deutlich teurer sei als eine Freileitung, sei zumindest bei einer Teilverkabelung in seinen Augen kein Argument gegen mehrere unterirdische Abschnitte, so Wendt. Denn jede Verzögerung, die der Widerstand von Bürgern gegen die Hochspannungsmasten mit sich bringe, bedeute wiederum hohe Verluste, die sich durch die Verwendung der gemeinhin akzeptierten Erdkabel vermeiden ließen.

In der anschließenden Fragerunde wurde unter anderem die Studie von Ingo Rennert (wir berichteten) noch einmal angesprochen, nach der eine Erdverkabelung komplett und dazu verhältnismäßig günstig und unkompliziert umsetzbar wäre. Die Bundesnetzagentur hat der Bitte Rennerts um Unterstützung wohl inzwischen eine Abfuhr erteilt, weil ihr die Pläne zu unausgereift und risikoreich seien.

Nachhaken soll Beermann nach Wunsch der Gäste noch einmal, inwiefern bei den Südlink-Plänen auch Flüsse oder die Bundesautobahn 7 als Trassenstrecke in Betracht gezogen wurden.
Beim nächsten Runden Tisch nach den Sommerferien soll es um die gesundheitlichen Aspekte der Thematik gehen. kle

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