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Schulfrei nach Backpfeife

14-Jährige suspendiert Schulfrei nach Backpfeife

Für insgesamt eine Woche ist eine Schülerin der IGS Rodenberg vom Schulbetrieb suspendiert worden. Der Grund: eine Backpfeife nach einem Streit. Während die Eltern der 14-Jährigen den pädagogischen Zweck der Maßnahme anzweifeln, äußert sich die Schulleitung nicht zu dem Vorfall.

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An der IGS Rodenberg hat ein Streit zwischen zwei Mädchen zu einer Suspendierung geführt.

Quelle: gus

Rodenberg. Im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterte das Mädchen die Vorkommnisse. Demnach habe es Ende November eine Auseinandersetzung mit einer anderen Schülerin gegeben. Jene habe das jetzt suspendierte Mädchen so lange provoziert und mit Schlägen bedroht, bis es der 14-Jährigen gereicht hat und sie ihrer ehemaligen Freundin eine Backpfeife verpasste.

Eine Klassenkonferenz in der vergangenen Woche hat sich mit dem Fall befasst und ist zu der Entscheidung gelangt, die 14-Jährige zeitweilig von der Schule zu nehmen. Seit dem 14. Dezember ist die Schülerin nun zu Hause.

Keine nachvollziehbare Begründung

„Das ist unglaublich, wo ist da der pädagogische Nutzen?“, fragt die Mutter des Mädchens. „Wenn andere Schüler das mitbekommen, denken sie sich doch: ,Wenn ich mich ganz doof anstelle, kann ich eine Woche zu Hause bleiben‘“, so die Mutter weiter. Streitigkeiten passierten doch immer wieder. „Gerade zwischen Jungs.“
Warum die Konferenzteilnehmer gerade in diesem Fall eine Suspendierung für notwendig hielten, können Mutter und Tochter sich nach eigenen Angaben nicht erklären. Eine aus ihrer Sicht nachvollziehbare Begründung habe der Mutter während der Klassenkonferenz niemand geboten. Ihrer Meinung nach habe sich die Tochter nach den angeblichen Provokationen und der Androhung von Gewalt nur zur Wehr gesetzt.

Auch die 14-Jährige selbst, die als Strafe außerdem noch einen Vortrag über die Zehn Gebote halten muss und die Empfehlung bekommen hat, einen Sozialpädagogen aufzusuchen, stellt die Wirkung der Maßnahme infrage. Sie habe zwar aus dem Vorfall gelernt, „aber wirklich bestraft fühle ich mich nicht“. In den Augen der Eltern wäre Sozialdienst oder Ähnliches geeigneter gewesen, als die 14-Jährige nach Hause zu schicken und ihr Lerninhalte vorzuenthalten, die sie jetzt selbstständig nachholen müsse.

Vertreterin beruft sich auf Schweigepflicht

Wie die Entscheidung der Klassenkonferenz zustande gekommen ist, war nicht zu erfahren. Schulleiterin Heike Bode-Vogt war wegen Krankheit für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ihre Vertreterin Dorit Könecke berief sich auf die Schweigepflicht der Konferenzteilnehmer und wollte keine Angaben machen. Sie gab nur zu Protokoll, dass Suspendierungen zwar selten vorkommen, aber durchaus „normale Vorgänge“ seien.

Auch ob das Mädchen möglicherweise bereits zuvor auffällig geworden war, wollte Könecke nicht kommentieren. Nach Angaben der 14-Jährigen und ihrer Eltern ist das nicht der Fall gewesen. „Sie hat sich nichts zuschulden kommen lassen“, sagt die Mutter.

Gegen die Entscheidung vorzugehen, sei den Eltern nicht möglich gewesen. So knapp vor den Ferien hätte ein Eilantrag beim Verwaltungsgericht keine Aussicht auf Erfolg gehabt, berichtet die Mutter. Öffentlich geworden war der Vorfall, weil sich ein Bekannter der betroffenen Familie aus Ärger über die Suspendierung an diese Zeitung gewandt hatte. js

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