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Schwangere Freundin mit Kabel geschlagen

Sieben Monate auf Bewährung Schwangere Freundin mit Kabel geschlagen

Dafür, dass er seine schwangere Freundin unter anderem mit einem Verlängerungskabel verprügelt hat, ist ein 24-jähriger Serbe aus Siegen vom Amtsgericht Stadthagen zu sieben Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

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Rodenberg/Stadthagen (kle). Und das, obwohl die Frau die Aussage zu dem besagten Abend verweigert hatte. Inzwischen ist sie mit dem jungen Mann nämlich nicht nur wieder zusammen, beide sind sogar verlobt.

 Richter Lukas Veith hielt sich bei der Urteilsfindung an die Aussagen der Polizei und der Nachbarin, bei der die Frau am Morgen nach der Tat Zuflucht gesucht hatte. Demnach war es im Juli 2014 zum Streit zwischen dem Beklagten und seiner heute 31-jährigen Lebensgefährtin gekommen. Beide wohnten zu diesem Zeitpunkt in einem Mehrfamilienhaus in Rodenberg, das Opfer war kurz zuvor schwanger geworden. Im Laufe des Streits schlug der junge Mann auf das Opfer ein, sowohl mit den Fäusten, als auch mit diversen Kabeln, wodurch sie mehrere Hämatome unter anderem an Armen, Beinen und Rücken erlitt.

 Am nächsten Morgen suchte sie Hilfe bei einer Nachbarin, einer Krankenpflegerin aus Rodenberg, und bat diese, die Polizei zu rufen. Aus Angst vor ihrem Freund habe die Frau die Wohnung nicht vorher verlassen können, sondern musste warten, bis er eingeschlafen war, berichtete die Zeugin. Die Hämatome des Opfers habe sie selbst gesehen und sei überzeugt, dass es frische Verletzungen waren.

 Drei Beamte der Polizei Bad Nenndorf kamen infolge des Anrufs zu dem Haus und wurden von der Frau in die Wohnung gelassen. Während eine Beamtin die Hämatome abfotografierte, ging ein Kollege ins Schlafzimmer, um den jungen Mann aus der Wohnung zu bringen – ihm wurde vorerst Hausverbot erteilt.

 Bei der Befragung vor Ort habe er zugegeben, seine Freundin geschlagen zu haben, erzählte der Beamte. Verteidigerin Katharina Batz hegte jedoch arge Zweifel daran, dass ihr Mandant – der für die Verhandlung extra eine Dolmetscherin zur Seite gestellt bekam – vor seiner Aussage korrekt belehrt wurde. Darüber wiederum zeigte sich der Polizist im Zeugenstand sehr verwundert. In der Wohnung habe er nicht den Eindruck gehabt, dass es mit dem Beklagten irgendwelche Verständigungsprobleme gegeben hätte. „Und so etwas merkt man doch, ob einen der andere versteht oder nicht.“

 Zwar stellte sich Batz entschieden gegen die Verwertung der Beiträge der Polizisten und der Fotos: Die Angaben der Frau dürften wegen ihrer Zeugnisverweigerung gar nicht verwendet werden, und es sei überhaupt nicht klar, wann und wie die abfotografierten Verletzungen entstanden seien. Richter Veith sah das anders, die Fotos seien durchaus verwertbar, ebenso die Angaben der Nachbarin und die spontanen Äußerungen des Opfers gegenüber der Polizei im Hausflur. Er betrachtete die gefährliche Körperverletzung damit als nachgewiesen. Der Beklagte hat die Möglichkeit, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen.

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