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Simbabwer muss zurück nach Rodenberg

Unrechtmäßige Abschiebung Simbabwer muss zurück nach Rodenberg

Der Asylbewerber, der im Oktober zu Unrecht aus Schaumburg abgeschoben worden ist und den das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bis zum 1. Februar zurückholen muss, hatte zuvor in Rodenberg gewohnt. Diese Informationen erhielt unsere Zeitung aus dem Umfeld des Simbabwers.

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Quelle: Archiv

Rodenberg. Dort ist die Hoffnung auf baldige Rückkehr nun ebenso groß wie die Empörung über die Abschiebung. Bei dem über Addis Abeba nach Harare in Simbabwe abgeschobenen Mann handelt es sich um den 21-jährigen Munyaradzi T. dessen Vermieterin in Rodenberg beherbergte, außer ihm zwei weitere seiner Landsleute, die ebenfalls um Asyl ersuchten. Munyaradzi T. ist der jüngste der drei Simbabwer. Deren Vermieterin entwickelte sich auch zu einer Art Betreuerin, die den Integrationsprozess eng begleitete und sich bis jetzt für T. einsetzt.

Sie stützt sich auch auf Aussagen ihrer beiden übrigen Schützlinge. Diese hatten Ende Oktober berichtet, wie T. durch Vollzugsbeamte vom Gelände einer Schule in Hannover abgeführt wurde – in Handschellen. Darauf folgte die in dieser Woche von den SN dargestellte Abschiebung in Richtung der äthiopischen Hauptstadt, der die Rodenberger Betreuerin aber weitere Details beifügt.

Vollzugsbeamte verpassen Flug

Sie selbst war nach Frankfurt gereist und hatte dort einen Anwalt eingeschaltet, um den Flug nach Harare – der größten Stadt in Simbabwe – zu verhindern. Diesen Flug verpassten die Vollzugsbeamten allerdings, sodass der Simbabwer nach Addis Abeba geflogen wurde. Die Rodenbergerin konnte keinen Kontakt zu ihrem Schützling aufnehmen, eher er in Äthiopien ankam.

Von dort aus wurde T. nach Harare ausgeflogen, wo er sich verstecken musste, da er politisch verfolgt wird. Genau diesen Aspekt hat das Bamf nach Ansicht der Betreuerin nicht ausreichend geprüft, was sie als gerichtlich bestätigt wertet. Mittlerweile lägen auch Zeugenaussagen aus T.‘s Umfeld vor, sodass die Rodenbergerin nach dessen Rückkehr mit einem erfolgreichen Asylverfahren rechnet. Politische Verfolgung sei der Ursprung des Asylrechts. Das Bamf teilte auf Anfrage jedoch mit, von seiner Entscheidung auch jetzt nicht abzurücken.

Schritte zur Rückholung eingeleitet

Ihrem Schützling geht es auch nach dem Ende des Mugabe-Regimes in 2017 keinen Deut besser in Simbabwe. „Die politische Lage hat sich eher verschlechtert“, sagt sie. Nach dem Gerichtsurteil gegen die Abschiebung, das bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte, möchte sie T. nun alsbald „wieder hier haben“. Einen Termin dafür gab das Bamf auf Anfrage nicht bekannt - lediglich, dass Schritte zur Rückholung eingeleitet wurden.

Die Rodenbergerin hofft auch, dass die öffentlichen Stellen sie für ihre Unkosten entschädigen – egal ob Bamf, Landkreis oder Ausländerbehörde. „Ich hätte das nicht tun müssen. Aber ich hätte nicht mehr in den Spiegel schauen können, wenn ich ihn nicht weiter unterstützt hätte“, sagt die Rodenbergerin. Ihr geht es unter anderem um Anwaltskosten. Dafür sieht sich der Kreis laut Sprecher Klaus Heimann zumindest nicht verantwortlich.

Die Flüchtlingshelferin kritisiert den gesamten Vorgang. Warum ausgerechnet T. abgeschoben werden sollte, sei ihr schleierhaft. Alle drei bei ihr lebenden Flüchtlinge seien Christen und zudem gebildete, fleißige junge Männer, die für ihre Integration „schuften“. Ähnlich sieht es Tina Böhm vom Awo-Ortsverein. „Es ist leider kein Einzelfall, doch nicht jeder hat eine so gute Hilfe“, erklärt sie. gus

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