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Streit um Giftköder: Landwirt droht Prozess

Rodenberg Streit um Giftköder: Landwirt droht Prozess

Der Streit zwischen einem Hundebesitzer und einem Landwirt, der am Rande seiner Felder in Rodenberg Gift gegen Nager verstreut haben soll, wird jetzt auch vor Gericht ausgetragen. Runde eins geht klar an den Hundehalter. Das Amtsgericht in Stadthagen hat den 37-Jährigen vom Vorwurf der Verleumdung freigesprochen.

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Giftköder sorgten auch in der Nähe Rodenbergs für Sorge unter Tierhaltern.

Quelle: pr.

Rodenberg/Stadthagen. Angezeigt hatte den Rodenberger der Bauer. In derselben Angelegenheit droht nun auch dem Landwirt (47) ein Prozess. Es geht um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Dies wurde während der Verhandlung bekannt.

„Der Fahrer mit diesem Auto verstreut Mäuse- und Rattengift am Rande seiner Felder (Gehwege). Die Polizei habe ich informiert“ – so hatte der Hundebesitzer andere Tierfreunde im Internet bei Facebook vor „Giftködern“ in der Feldmark gewarnt. Bebildert war der Eintrag mit einem Foto, das den Wagen des Bauern samt Nummernschild zeigte. Im Text hieß es weiter: „Der Typ sagt, Hunde sind ihm egal. Es geht ihm um seine Felder.“

Verleumdung? Üble Nachrede? Nichts davon war falsch. So hatte der Landwirt als Zeuge vor Gericht selbst bestätigt, an jenem Tag im September 2014 sinngemäß gesagt zu haben: „Das sind meine Felder, und ich mache hier meinen Job. Hunde sind mir egal.“ Von „Ködern“ spricht bei Giftweizen sogar der Hersteller. Dass Gift am Rande der Felder lag, räumt der Bauer ebenfalls ein. „Da kann mal ‘was danebengefallen sein“, hatte der 47-Jährige erklärt. „Und wenn etwas danebengeht, kann man dies laut Duden-Definition als verstreuen bezeichnen“, erklärt Richter Lukas Veith.

Um ihn wegen Verleumdung verurteilen zu können, hätte das Gericht dem Angeklagten („Als Hundehalter war ich natürlich aufgebracht“) falsche Tatsachenbehauptungen nachweisen müssen. Veith sieht die Formulierungen jedoch „ziemlich nah an dem, was tatsächlich passiert ist“. Im Internet habe der Eintrag allerdings „eine Hetzkampagne ausgelöst“, so Staatsanwältin Marret Brommer. „Unter sozialen Gesichtspunkten war das Verhalten des Angeklagten daher nicht unbedingt korrekt.“ Auch Richter Veith möchte „dafür werben, mit Medien wie Facebook ganz sensibel umzugehen“.

Verteidiger Ralf Jordan sieht das in diesem Fall anders: „Wenn ich daran denke, dass da Kinder gespielt haben, wird mir anders“, sagte er, um später im Plädoyer hinzuzufügen: „Wer Süßigkeiten des Todes ausbringt, hat eine hohe Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit.“ Eine Anspielung darauf, dass Rattengift zum Teil nach Vanille schmeckt.

Offenbar habe der Landwirt keine Zeit und Lust gehabt, das Gift mit einer Legeflinte auszubringen. Jordan hält dies für „grob fahrlässig“. Mit Legeflinten wird Giftweizen direkt in die Mäuselöcher gebracht. „Vielleicht kapiert Herr (…) jetzt mal, dass er so fachkundig vorgeht, wie es vorgeschrieben ist“, hofft der Verteidiger.

Schlechte Erfahrungen mit dem Landwirt hat auch ein Tierheilpraktiker (53) gemacht, dessen Hund vor drei Jahren Giftköder gefressen haben soll. Er war damals auf den Hof gefahren, um für die bestmögliche Behandlung nach dem Namen des Präparates zu fragen. Von dem Bauern hätte sich der Heilpraktiker dabei „ein bisschen mehr Anteilnahme gewünscht“. ly

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