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Tierschutzverein fordert Kastrationspflicht

Rodenberg/Nenndorf / Auffangstation Tierschutzverein fordert Kastrationspflicht

Die Tierauffangstation in Bad Nenndorf platzt aus allen Nähten. „Es wird jedes Jahr schlimmer“, berichtet Jutta Schneider, Vorsitzende des Tierschutzvereins Rodenberg, Bad Nenndorf und Umgegend. Die Zahl der Abgabetiere nehme stark zu. Fast jeden Tag kommen Anrufe.

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Stress pur auf zu engem Raum: 65 Tiere warten in der Auffangstation auf ein neues Zuhause. © tes.

Rodenberg/Nenndorf (tes). Ob bei Tierbörsen gekaufte Exoten wie „Weißbauchigel“, unbedacht verschenkte Hundewelpen, vergessene Tiere aus Zwangsräumungen oder Hunderte fast verhungerte Mäuse und Ratten – immer mehr Tierhalter kommen ihren Pflichten nicht nach und überlassen den Tierschützern die Versorgung.

„Wenn wir mit der Polizei in völlig verkotete Wohnungen kommen, wo 20, 30 verstörte Katzen sitzen“, sei Schneider meist klar: „Wir bleiben auf den Kosten sitzen.“ Mehr noch: Wenig später haben sich die gleichen verantwortungslosen Halter oft neue Tiere angeschafft. Ein Teufelskreis. „In diesen Fällen brauchen wir ein Tierhaltungsverbot“, fordert die Tierschützerin.

Ein großes Problem sei zudem die große freilaufende Katzenpopulation. „Die Kosten fressen uns auf“, berichtet Schneider. Die Tierschützer fangen herrenlose Tiere ein, um sie zu kastrieren und zu vermitteln. Vor vier Wochen kamen neun Katzen aus Lauenau dazu, eine davon hochträchtig. Die sechs Jungen sind im notdürftigen, voll besetzten Quarantäne-Bereich der Auffangstation zur Welt gekommen. Mit ihrer menschenscheuen Katzenmutter sitzen sie in einer kleinen Box neben zahlreichen weiteren Katzen. Stress pur auf so engem Raum.

„Das ist kein Tierschutz mehr, das kann ich gegenüber den Tieren nicht mehr verantworten“, betont Schneider und plädiert nachdrücklich für eine gesetzliche Regelung und eine Pflicht, Katzen kastrieren und chippen zu lassen.

Fundtiere ein halbes Jahr zu beherbergen, sei für den Verein weder finanziell, personell noch in Sachen Infrastruktur zu bewältigen. Die Bedingungen gingen zulasten der Tiere und des Personals: „Das ist so nicht mehr zu bewerkstelligen“, sieht sich die Tierschützerin in der Zwickmühle. Nur zu reden reiche nicht, fordert sie alle Beteiligten auf, Taten folgen zu lassen. „Deutsche Tierärzte fliegen ins Ausland, um kostenlos Tiere zu kastrieren. Hier dürfen sie das nicht“, bedauert Schneider. Sie hofft, dass endlich eine politische Lösung gefunden wird. „Alle müssen am Ball sein: Kommune, Landkreis, Gesetzgeber und die Tierschutzvereine.“

• Spendenkonto: Hannoversche Volksbank, BLZ: 251 900 01, Konto: 299 670 700.

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